Mit der Schlacht an der Aisne hat unser Feldmarschall Karl von Bülow gezeigt 1914, daß man nach einer verlorenen Hauptschlacht die Flinte keineswegs ins Korn werfen sollte. Nach der verlorenen Marneschlacht hat er an der Aisne nämlich den Gegenstoß der Gallier und Engländer abgeschlagen und damit unsere Front wieder zum Stehen gebracht. Es lohnt sich also auf unseren preußischen Kriegsphilosophen Karl von Clausewitz zu hören, der hat nämlich über solche Lagen gesagt:

„Kein Staat sollte sein Schicksal, nämlich sein ganzes Dasein, von einer Schlacht, sei sie auch die entscheidendste, abhängig glauben. Ist er geschlagen, so kann das Aufbieten neuer eigener Kräfte und die natürliche Schwächung, welche jeder Angriff in der Dauer erleidet, einen Umschwung der Dinge herbeiführen, oder er kann von außen her Hilfe bekommen. Zum Sterben ist es immer noch Zeit, und wie es ein Naturtrieb ist, daß der Untergehende nach dem Strohhalm greift, so ist es in der natürlichen Ordnung der moralischen Welt, daß ein Volk die letzten Mittel seiner Rettung versucht, wenn es sich an den Rand des Abgrundes geschleudert sieht. Wie klein und schwach ein Staat in Beziehung auf seinen Feind auch sei, er soll sich diese letzten Kraftanstrengungen nicht ersparen, oder man müßte sagen, es ist keine Seele mehr in ihm. Dies schließt nicht die Möglichkeit aus, sich durch einen opfervollen Frieden von dem gänzlichen Untergange zu retten, eine solche Absicht schließt aber auch ihrerseits nicht die Nützlichkeit neuer Verteidigungsmaßregeln aus; sie machen den Frieden weder schwieriger noch schlechter, sondern leichter und besser. Noch notwendiger sind sie, wenn Hilfe von denen erwartet wird, die bei unserer Erhaltung interessiert sind. Eine Regierung also, die nach verlorener Hauptschlacht nur daran denkt, das Volk schnell in das Bette des Friedens steigen zu lassen und übermannt von dem Gefühl einer großen fehlgeschlagenen Hoffnung, nicht mehr den Mut und die Lust in sich fühlt, alle Kräfte anzuspornen, begeht in jedem Fall aus Schwäche eine große Inkonsequenz und zeigt, daß sie des Sieges nicht würdig und eben deswegen vielleicht auch gar nicht fähig war.“

Und das Scheitern des Schlieffenplanes stellte für unser altes Reich im Vierjährigen Krieg schon eine ziemlich unschöne Sache darf, wenn unsere Helden Hindenburg und Ludendorff die schlimme Sache im Osten so ziemlich ausgebügelt haben. „Die Wacht am Rhein“ ist ein Muß für unsere kleine Siegesfeier: https://www.youtube.com/watch?v=oKkRS4rL6Pw

„Es braust ein Ruf wie Donnerhall,

wie Schwertgeklirr und Wogenprall:

Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein!

Wer will des Stromes Hüter sein?

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Durch Hunderttausend zuckt es schnell,

und aller Augen blitzen hell:

der deutsche Jüngling, fromm und stark,

beschirmt die heilige Landesmark.

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Er blickt hinauf in Himmelsauen,

wo Heldengeister niederschaun,

und schwört mit stolzer Kampfeslust:

„Du, Rhein, bleibst deutsch wie meine Brust!“

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

„Und ob mein Herz im Tode bricht,

wirst du doch drum ein Welscher nicht.

Reich wie an Wasser deine Flut

ist Deutschland ja an Heldenblut.“

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

„So lang ein Tropfen Blut noch glüht,

noch eine Faust den Degen zieht,

und noch ein Arm die Büchse spannt,

betritt kein Feind hier deinen Strand.“

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Der Schwur erschallt, die Woge rinnt,

die Fahnen flattern hoch im Wind:

Zum Rhein, zum Rhein, am deutschen Rhein!

Wir alle wollen Hüter sein!

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

So führe uns, du bist bewährt;

In Gottvertrauen greif’ zu dem Schwert,

Hoch Wilhelm! Nieder mit der Brut!

Und tilg‘ die Schmach mit Feindesblut!

Lieb Vaterland, magst ruhig sein,

lieb Vaterland, magst ruhig sein:

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!

Fest steht und treu die Wacht,

die Wacht am Rhein!“

Die erste Schlacht an der Aisne tobt beim Reichsarchiv munter weiter: http://digi.landesbibliothek.at/viewer/toc/AC01859855/1/-/

„Alsdann ging die Fahrt zum Oberkommando IV nach Bouziers. Nach kurzer Beratung wurde hier ein entsprechender Befehl ausgegeben; zum Abmarsch wurde das XVIII. Armeekorps bestimmt. Herzog Albert von Württemberg änderte infolgedessen seinen bereits ausgegebenen Armeebefehl dahin ab, daß dieses Korps durch das VIII. Reservekorps abzulösen sei und am 14. September früh aus der Armee ausscheiden solle. Beim Armeeoberkommando III in Betheniville, wo Generalleutnant von Stein etwa 10.30 Uhr abends eintraf, wurde das XII. Armeekorps zu der in Aussicht genommenen Verwendung bestimmt; es sollte noch in der Nacht aus der Stellung abgelöst werden, um am Morgen des 14. September auf Warmeriville anzutreten. Der Generalquartiermeister begab sich darauf mit Oberst Tappen noch am selben Abend zum Hauptquartier der II. Armee. Generaloberst von Bülow hatte um 10.15 Uhr abends den Armeebefehls für den 14. September erlassen. Er sah die Lage günstiger an als am Abend vorher; während die Meldung an die Oberste Heeresleitung am Abend des 12. September nur vom „Behaupten“ der II. Armee in ihren Stellungen gesprochen hatte, war am Abend des 13. für den 14. befohlen: „Die II. Armee setzt unter Behauptung ihrer Stellung den heute bereits eingeleiteten Angriff auf dem rechten Flügel fort. Die VII. Armee ist aufgefordert, mit allen verfügbaren Teilen die Offensive in Richtung Pontavert fortzusetzen, um etwa noch östlich dieses Ortes auf dem nördlichen Aisne-Ufer befindlichen feindlichen Kräften den Rückzug zu verlegen und das Höhengelände bei Sankt Thierry zu gewinnen.“ Die zuversichtliche Stimmung wurde durch die Mitteilung von der bevorstehenden Verstärkung des rechten Heeresflügels durch je ein Armeekorps der III., IV. und V. Armee noch gehoben. Über die Lage wurde noch in der Nacht um 12.30 Uhr nach Luxemburg gemeldet: „Das X. Reservekorps, X. Armeekorps und II. Gardeinfanteriedivision behaupteten sich am 13. gegen feindliche ohne Nachdruck geführte Angriffe; VII. Armeekorps warf stärkeren Angriff über Aisne-Marne-Kanal zurück. Für 14. September Zusammenwirken des VII. Armeekorps mit dem VII. Reservekorps und dem halben XV. Armeekorps der VII. Armee zwischen Aisne und Vesle angeordnet. Die I. Armee beauftragt, Linksschiebung bis Höhe Fismes fortzusetzen.“ Auch vom Oberbefehlshaber der VII. Armee, Generaloberst von Heeringen, trafen günstige Nachrichten ein; er hatte für den 14. September befohlen, daß das XV. Armeekorps, das – allerdings erst teilweise – am Abend des 13. in und nordwestlich Laon eingetroffen war, frühzeitig aufbrechen solle, „um östlich des VII. Reservekorps und den rechten Flügel der II. Armee vorgedrungenen Feind anzugreifen und über die Aisne zurückzuwerfen“. Das VII. Reservekorps hatte „sich dem Angriff des XV. Armeekorps anzuschließen“. Das VI. Infanteriedivision des III. Armeekorps war gleichfalls zur Mitwirkung aufgefordert.“

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Nein, man kann es drehen und wenden wie man will: Ein Cannä war die Schlacht an der Bzura nun wirklich nicht. Wir Deutschen haben dort zwar die Polen mit unseren Panzerkampfwagen umzingelt und aufgerieben. Aber um ein Cannä zu erfechten muß man in der Unterzahl eine deutliche Übermacht einkreisen und vernichtend schlagen – eben ganz so wie das der karthagische Feldherr Hannibal mit den Römern bei der Stadt Cannä in Süditalien gemacht hat. Alles andere ist eben kein Cannä. Und an Truppen sollen wir Deutschen halt 420,000 Recken gehabt haben, während die Polen nur 220,000 Man aufgeboten haben. Außerdem waren unsere Waffen deutlich neuzeitlicher und besser. Na ja, es kann halt nicht jede Kesselschlacht kann ein Cannä sein. Ein schöner Sieg, der gebührend gefeiert werden muß, war die Schlacht an der Bzura aber trotzdem. Schließlich wurden 320 Geschütze, 130 Flugzeuge und 40 Panzer erbeutet und dazu noch 170,000 Gefangene gemacht. Unsere Heeresgruppe Süd führten dabei unser Feldmarschall Gerd von Rundstedt und sein Stabschef Erich von Manstein. Unsere VIII. Armee wurde von unserem Generaloberst Johannes Blaskowitz geführt und unsere X. Armee wurde von unserem Feldmarschall Walter von Reichenau geführt. Ich widerstehe einmal der Versuchung, den Choral von Leuthen für unsere kleine Siegesfeier zu wählen, sondern suche mir „Die Grenzwacht hielt im Osten“ für diese aus: https://www.youtube.com/watch?v=NlqyBIQ-Cac

„Die Grenzwacht hielt im Osten dem Feinde lange stand

Heut kehrt ihr letzter Posten zurück ins Vaterland

Erschöpft und aufgerieben in treuer Ritterschaft

Die Besten sind geblieben, uns andern brach die Kraft

Doch bringen wir die Fahne, die wehend vor uns stritt

Von Rigas blutgen Planen in allen Ehren mit

Die sturmbewährt sich nimmer vor einem Feind geneigt

Und heute noch und immer den Weg nach Osten zeigt

Es rauscht dort hin zu mahnen, zu ihr der Väter Geist

Trotz aller Not ein Ahnen, das deutsche Zukunft heißt

Sind wir auch fremd geworden euch Brüdern aus dem Reich

Aus West und Süd und Norden, das Banner blieb sich gleich

Ob wir auch hier verderben, das kümmere euch nicht

Die Fahne zu vererben ist unsere letzte Pflicht

Ich darf nicht länger zagen, bald zwingt sie euren Sinn

Nach Ostland sie zu tragen, sie will, sie muß dort hin“

Der Jahrestag der Schlacht um Arnheim wird heute gefeiert, wenn sich unser deutscher Sieg in dieser Schlacht auch noch etwas hingezogen hat. Aber unser Panzerschlacht- und Geburtstagskalender hat ja ohnehin so seine Marotten und Eigenheiten. Gemein ist es übrigens schon, daß der arme Monty, das alte Scheißhaus, nicht in den Kriegsfilmen – wie die „Bücke von Arnheim“ https://www.youtube.com/watch?v=AWL184ZcSxA – über sein Unternehmen Marktgarten mitspielen darf. Das wäre in etwa so wie wenn unser Wüstenfuchs Rommel bei Filmen über unser deutsches Afrikakorps, die wir Deutschen wegen der amerikanischen Fremdherrschaft leider nicht drehen dürfen, fehlen würde. Als Monty würde mir das ja stinken. Aber der Monty läßt halt alles mit sich machen… https://www.youtube.com/watch?v=H1dz3pqbRaw Im Jahre 1944 führte das alte Scheißhaus Monty bei Arnheim das größte Luftlandeunternehmen der Kriegsgeschichte durch. Über 42,000 Fallschirmspringer setzten die Engländer ab, die verschiedene Brücken einnehmen und sichern sollen, um den englischen Panzerverbänden einen schnellen Vorstoß über den Rhein zu ermöglichen. Sinn und Zweck der Übung sollte es sein, sich unseres Ruhrgebietes zu bemächtigen und damit unserem alten deutschen Reich den Todesstoß zu versetzen. Unser Westheer hatte zuvor 40 seiner 50 Divisionen in der Normandie verloren und hatte sich von diesem Schlag noch nicht erholt. Daher hatten unsere Feldherren Gerd von Rundstedt, Walter Model und Kurt Student alle Hände voll zu tun, um die finsteren Pläne des Montys einmal mehr zu vereiteln. Da unser General Wilhelm Bittrich mit seinem Panzerkorps entscheidend zur Abwehr des englischen Luftlandeunternehmens bei Arnheim beigetragen hat, darf das Panzerlied bei unserer kleinen Siegesfeier nicht fehlen: https://www.youtube.com/watch?v=jSief-c0GIU

„Ob’s stürmt oder schneit,

Ob die Sonne uns lacht,

Der Tag glühend heiß

Oder eiskalt die Nacht.

Bestaubt sind die Gesichter,

Doch froh ist unser Sinn,

Ist unser Sinn;

Es braust unser Panzer

Im Sturmwind dahin.

Mit donnernden Motoren,

Geschwind wie der Blitz,

Dem Feinde entgegen,

Im Panzer geschützt.

Voraus den Kameraden,

Im Kampf stehen wir allein,

Stehen wir allein,

So stoßen wir tief

In die feindlichen Reihn.

Wenn vor uns ein feindliches

Heer dann erscheint,

Wird Vollgas gegeben

Und ran an den Feind!

Was gilt denn unser Leben

Für unsres Reiches Heer?

Ja Reiches Heer?

Für Deutschland zu sterben

Ist uns höchste Ehr.

Mit Sperren und Minen

Hält der Gegner uns auf,

Wir lachen darüber

Und fahren nicht drauf.

Und drohen vor uns Geschütze,

Versteckt im gelben Sand,

Im gelben Sand,

Wir suchen uns Wege,

Die keiner sonst fand.

Und läßt uns im Stich

Einst das treulose Glück,

Und kehren wir nicht mehr

Zur Heimat zurück,

Trifft uns die Todeskugel,

Ruft uns das Schicksal ab,

Ja Schicksal ab,

Dann wird uns der Panzer

Ein ehernes Grab.“

Unsere Junkers Ju 87 hat 1935 ihren Erstflug gemacht und so soll sie heute ein wenig gefeiert werden. Mit unserem Panzergetränk Met, Bildern unseres Sturzkampfbombers, Berichten über dessen Einsatz und unseren altdeutschen Fliegerliedern. Entwickelt hat unsere Ju 87 unser Flugzeugbauer Hermann Pohlmann. Insgesamt wurden 5752 Stück gebaut, wobei unsere Ju 87 von der Ausführung A mit 680 Pferdestärken und 500 Kilo Bombenlast zur Ausführung D mit 1500 Pferdestärken und 1800 Kilo Bomben einen ganz schönen Quantensprung gemacht hat. Neben dem Flugzeugführer war noch ein Bordschütze mit dabei, der die feindlichen Jäger in Schach halten sollte. Denn bei ihrer Höchstgeschwindigkeit von 400 Stundenkilometern bedurfte unsere Ju 87 des Geleitschutzes durch unsere Jäger. Mit der Reichweite von 1200 Kilometern konnte man was anfangen und zur Not auch noch Zusatztanks anbringen. Der Größte aller Sturzkampfbomber ist natürlich unser Oberst Hans-Ulrich Rudel, der mit unserer Ju 87 sage und schreibe 519 Panzer, 72 Schiffe (darunter auch ein Schlachtschiff), 800 sonstige Fahrzeuge, 150 Geschütze und etliche Bunker und Brücken zur Strecke gebracht hat. Unseren altdeutschen Fliegerschlachtgesang „Bomben auf Engeland“ suche ich mit für eine Ju 87 aus: https://www.youtube.com/watch?v=3WwAg0912hA

„Wir fühlen in Horsten und Höhen

Des Adlers verwegenes Glück!

Wir steigen zum Tor

Der Sonne empor,

Wir lassen die Erde zurück.

Kamerad! Kamerad!

Alle Mädels müssen warten!

Kamerad! Kamerad!

Der Befehl ist da, wir starten!

Kamerad! Kamerad!

Die Losung ist bekannt:

Ran an den Feind!

Ran an den Feind!

Bomben auf Engelland!

Hört ihr die Motoren singen:

Ran an den Feind!

Hört ihr’s in den Ohren klingen:

Ran an den Feind!

Bomben! Bomben!

Bomben auf Engelland!

Wir stellen den britischen Löwen

Zum letzten entscheidenden Schlag.

Wir halten Gericht.

Ein Weltreich zerbricht.

Das wird unser stolzester Tag!

Kamerad! Kamerad!

Alle Mädels müssen warten!

Kamerad! Kamerad!

Der Befehl ist da, wir starten!

Kamerad! Kamerad!

Die Losung ist bekannt:

Ran an den Feind!

Ran an den Feind!

Bomben auf Engelland!

Hört ihr die Motoren singen:

Ran an den Feind!

Hört ihr’s in den Ohren klingen:

Ran an den Feind!

Bomben! Bomben!

Bomben auf Engelland!

Wir fliegen zur Weichsel und Warthe

Wir fliegen ins polnische Land

Wir trafen es schwer

Das feindliche Heer

Mit Blitzen und Bomben und Brand

Kamerad! Kamerad!

Alle Mädels müssen warten!

Kamerad! Kamerad!

Der Befehl ist da, wir starten!

Kamerad! Kamerad!

Die Losung ist bekannt:

Ran an den Feind!

Ran an den Feind!

Bomben auf Engelland!

Hört ihr die Motoren singen:

Ran an den Feind!

Hört ihr’s in den Ohren klingen:

Ran an den Feind!

Bomben! Bomben!

Bomben auf Engelland!

So wurde die jüngste der Waffen

Im Feuer getauft und geweiht.

Vom Rhein bis zum Meer,

Das fliegende Heer,

So steh’n wir zum Einsatz bereit.“

Die Engländer – bei Kreta – durfte unser Hans-Ulrich Rudel leider nichts auf Korn nehmen, sonst wären deren Schiffsverluste womöglich noch höher gewesen, wie wir an seinen Kämpfen gegen die russische Flotte vor Petersburg sehen:

„Nach einigen Stunden kommt plötzlich bei schlechtestem Wetter der Befehl zum Angriff auf das Schlachtschiff „Marat“; soeben wurde es von Aufklärern in Aktion festgestellt. Das Wetter sei schlecht bis hart südlich Krasnowardeisk, 30 Kilometer südlich Leningrad; über dem Finnischen Meerbusen die Bewölkung 5 bis 7/10, Wolkenuntergrenze 800 Meter. Es bedeutet also ein Durchfliegen der Wolkenschicht, die bei uns 2000 Meter dick ist. Das ganze Geschwader nimmt Kurs nach Norden. Wir sind heute etwa dreißig Maschinen, etatmäßig müßten wir achtzig haben; aber nicht immer ist die Zahl ausschlaggebend. Leider sind die Tausender noch nicht eingetroffen. Da unser einmotoriges Stukaflugzeug nicht blindflugtauglich ist, muß der Verbandsführer mit den wenigen Instrumenten Kugel, Wendezeiger und Variometer die Maschine so halten, als wäre es ein Blindflugvogel. Alle anderen fliegen dann so nahe beieinander, daß sie jeweils die Fläche des Nebenmannes sehen. Wenn wir in diesen dichten, dunklen Wolken fliegen, dürfen wir mit der Spitze des Flügels nie weiter als drei vier Meter vom Nebenmann entfernt sein. Wird der Abstand größer, dann finden wir den Nachbarn nie wieder und können leicht mit voller Geschwindigkeit auf ein anderes Flugzeug stoßen. Dabei bleibe kein Auge trocken! Das Heil vom ganzen Geschwader ist deshalb bei derartigen Wetterlagen weitgehendst von dem Instrumentenflug des Verbandsführers abhängig. Bis über 2000 Meter sind wir in einer geschlossenen Wolkendecke, die einzelnen Staffeln sind etwas auseinander gekommen. Nun schließen sie wieder auf. Erdsicht ist immer noch keine, der Zeit nach müssen wir bald über dem Finnischen Meerbusen sein. Jetzt wird auch die Wolkendecke etwas gelockert. Unten schimmert es blau, also Wasser; wir sind in Zielnähe, aber wo genau? Das kann man nicht sagen, weil die Wolkenlöcher nur winzig sind. Von 5 bis 7/10 kann gar nicht mehr die Rede sein, sondern der dicke Brei zeigt nur hie und da eine einzelne Öffnung. Plötzlich sehe ich etwas durch so eine Öffnung und gebe sofort im Sprechfunk an Hauptmann Steen durch: „König eins von König zwei … Bitte kommen!“ Er antwortet sofort: „König zwei von König eins … Bitte kommen!“ – „Achtung, ich sehe ein großes Schiff unter uns … vermutlich Schlachtschiff Marat.“ Während des Sprechens noch drückt Hauptmann Steen nach unten und verschwindet im Wolkenloch. Ich beende meinen Satz als ich selber auch schon stürze. Leutnant Klaus, der die andere Stabmaschine hat, hinterher. Jetzt sehe ich das Schiff: tatsächlich die „Marat“! Ich unterdrücke meine Aufregung eisern. Nicht fragen, blitzschnell die Situation erfassen, dafür habe ich nur Sekunden. Wir müssen das Schiff treffen; denn alle Staffeln werden kaum noch durch das Loch kommen. Loch und Schiff sind in Bewegung. Die Flak kann erst gut auf uns zielen, als wir schon im Sturz die untere Wolkengrenze in 800 Metern erreicht haben. Einmal über der geschlossenen Wolkengrenze kann die Flak nur nach Horchgeräten schießen, das ist nicht wild. Also stürzen, Bomben raus und zurück in die Wolken! Die Bomben aus der Maschine von Hauptmann Steen fallen jetzt runter, … dicht am Schiff. Ich drückt auf den Auslöseknopf … meine Bombe sitzt gut! Genau auf dem Heck; schade daß sie nur 500 Kilometer hat. Ich aber sehe doch einen Brand entstehen. Lange Zeit zum Schauen habe ich nicht, denn die Flak bellt wütend. Da, die andern stürzen noch immer durchs Loch. Die Sowjet-Flak hat jetzt erfaßt, daß die „bösen Stukas“ da raus kommen und halten alle auf diesen Punkt. Wir nützen die günstige Wolkendecke aus und ziehen hinein; doch so verhältnismäßig unbehelligt sollten wir später nicht mehr aus diesem Raum wegkommen. Zu Hause gelandet, geht sofort das Rätselraten los: was kann sich nach dem Treffer mit dem Schiff zugetragen haben? Schiffsexperten behaupten, daß man sich mit diesem Bombenkaliber keinen Totalerfolg versprechen dürfte. Einige Optimisten halten es dennoch für möglich, ihre Meinung wird in den nächsten Tagen bestärkt, weil die Aufklärer trotz eifrigsten Suchens die „Marat“ nicht auffinden können. Auf einem weiteren Flug versinkt ein Kreuzer nach kürzester Zeit unter meiner Bombe.“

Mit unserem Großadmiral Karl Dönitz hat heute der zweite Vater unserer deutschen Ubootwaffe Geburtstag, mit der er den Engländern und ihrer amerikanischen Nachgeburt im Sechsjährigen Krieg ganz schön eingeheizt hat. Obwohl diese über riesige Flotten verfügten und von unseren geplanten 249 Uboote keine 60 Stück fertig geworden sind. Möglich wurde dies durch die Rudeltaktik. Geboren wurde unser Großadmiral Dönitz 1892 in Grünau bei Berlin. 1910 ging er zur kaiserlichen Marine und kämpfte im Vierjährigen Krieg anfangs im Schwarzen Meer. 1916 meldete er sich zur Ubootwaffe und machte das Mittelmeer unsicher, zuletzt als Kommandant unseres Unterseebootes LXVIII. Nach dem Dolchstoß der Novemberverbrecher harrte unser Großadmiral Dönitz bei der Reichsmarine aus. Seine Geduld wurde belohnt und 1935 beauftragte ihn der Autobahnbauer mit dem Neubau unserer deutschen Ubootwaffe, deren Befehlshaber er seitdem war. 1943 wurde ihm auch noch der traurige Rest unserer übrigen Kriegsmarine unterstellt und 1945 ernannt ihn gar der Chef zu seinem Nachfolger. An Auszeichnungen staubte unser Großadmiral Dönitz das Eiserne Kreuz, den Hausorden der Hohenzollern und das Ritterkreuz mit Eichenlaub. Sein häusliches Glück fand er 1916 mit Ingeborg Weber, einer Generalstochter. Das paar hatte drei Kinder. Bücher gibt von unserm Großadmiral auch zu lesen „Die Kreuzerfahrten der Goeben und Breslau“, „Die U-Bootswaffe“, „Ich lege Rechnung“, „Zehn Jahre und Zwanzig Tage“, „Mein wechselvolles Leben“ und „Deutsche Strategie zur See im Zweiten Weltkrieg“ seien euch besonders ans Herz gelegt. Richard Wagners fliegenden Holländer lasse ich unseren Kapellmeister Herbert von Karajan zu Ehren unseres Großadmirals Dönitz aufspielen: https://www.youtube.com/watch?v=iKRoiQj1ies Im Panzerseefahrerbuch „Zehn Jahre und Zwanzig Tage“ unseres Großadmirals Dönitz hören wir nun vom Handstreich unseres Kapitänleutnants Günther Priem mit seinem U 47 auf den englischen Hauptflottenstützpunkt Scapa Flow: https://de.scribd.com/doc/223358576/Doenitz-Karl-10-Jahre-Und-20-Tage-6-a-1977

„Bis zum 1. März 1940 wurden an folgenden Plätzen von deutschen U-Booten Minen gelegt:Westküste Großbritanniens: Loch Ewe, Clyde, Liverpool, Swansea, Bristol Kanal, Foreland. Englische Kanalküste: Falmouth, Portland, Weymouth, Portsmouth,Dover.Ostküste Großbritanniens: Invergordon, Dundee, Firth of Forth, Blyth, Newcastle, Hartlepool, Inner Dowsing, Newark, Cross Sand, Lowestoft,Orfordness, Dungeness, Cromarty, Great Yarmouth, Hoofden, Nordhinder, Flamborough. Was die Erfolge dieser Minensperren anbetrifft, so hatten wir während des Krieges auf Grund von Feindmeldungen, die unmittelbar nach Legender Minen aufgenommen wurden, durchaus den Eindruck, daß die Sperren wirkungsvoll waren. So erfuhren wir von der Verkündung mehrerer Warngebiete vor Liverpool durch die englische Admiralität. Das war wenige Stunden nach der dort von U 30, Kapitänleutnant Lemp, auf flachem Wasser sehr gut durchgeführten Minenverseuchung. Diese Maßnahme der Admiralität war ein Zeichen, daß auf den Sperren Schiffe aufgelaufen waren. Schließlich mußte der Hafen von Liverpool, der größte und wichtigste Einfuhrhafen an der Westküste, von der englischen Admiralität sogar für einige Zeit geschlossen werden. Also glaubte man, nur hierdurch weitere Verluste an Schiffen vermeiden zu können. Aufgefangene Meldungen von sinkenden oder beschädigten Dampfern zeigten uns an, daß auch die Sperren vor anderen Häfen und an den Verkehrsbrennpunkten wirksam geworden waren. Das englische Geschichtswerk über den Seekrieg des zweiten Weltkrieges gibt heute für die durch Minen bis zum 1. März 1940 herbeigeführten Versenkungen folgende Zahlen: 115 Schiffe mit 394,533 Bruttoregistertonnen. Dieses sind die Gesamtverluste an Handelsschiffen, die durch deutsches Minenlegen eintraten. Es sind an diesem Ergebnis außer den U-Booten in erheblichem Maße auch die deutschen Zerstörer beteiligt, die in nächtlichen Vorstößen unter Kommodore Bonte im Winter 1939/40 an der englischen Küste Minen legten. In den Rahmen dieser Darstellung der U-Bootunternehmen, welche unmittelbar an die Küsten des Gegners vorgetragen wurden, gehören auch die Operationen, die in erster Linie Erfolge gegen feindliche Kriegsschiffe erzielen sollten. Hierzu zählt vor allem das Eindringen von U 47 unter Kapitänleutnant Prien in den Hafen von Scapa Flow. Dieses Unternehmen bedarf wegen der besonderen Umstände seiner Planung und kühnen Ausführung durch Prien und seiner Folgen einer näheren Behandlung. Seit Kriegsbeginn trug ich mich immer wieder mit dem Gedanken, eine Ubootoperation gegen Scapa Flow anzusetzen. Die Erinnerung an das Scheitern der beiden derartigen Unternehmungen des Kapitänleutnants von Hennig und des Oberleutnants zur See Emsmann im ersten Weltkrieg sowie ihre großen seemännischen und navigatorischen Schwierigkeiten ließen mich jedoch zunächst davon Abstand nehmen. Die Schwierigkeiten lagen vor allem in den außergewöhnlichen Stromverhältnissen im Scapa-Raum: Im Pendand Firth zum Beispiel erreicht der Strom eine Stärke von zehn Seemeilen in der Stunde. Da die größte Unterwassergeschwindigkeit eines U-Bootes, zudem nur für beschränkte Zeit, nur sieben Seemeilen der Stunde beträgt, bedeutet dies, daß das U-Boot unter Wasser dorthin getragen werden kann, wohin es diesem Strom gefällt, ohne daß es etwas dagegen tun kann. Selbstverständlich mußten wir auch annehmen,daß die Eingänge zu der wichtigsten Flottenbasis, Scapa, durch Netz-, Minen- und Balkensperren sowie durch Blockschiffe und Bewachung gesperrt seien und daß die in diesen Dingen erfahrene englische Admiralität und der englische Flottenchef der Heimatflotte an der vollen Wirksamkeit dieser Maßnahmen und an dem sicheren liegen der englischen Schiffe keinen Zweifel haben würden.“

Heute wird die Schlacht an den Masurischen Seen gefeiert! Mit dieser Schlacht taten Hindenburg und Ludendorff 1914 den zweiten Streich gegen Russen, nachdem sie zuvor bei Tannenberg den ersten getan haben. Unsere VIII. Armee befand sich mit ihren 16 Divisionen gegenüber der russischen Njemenarmee, die über 24 Divisionen verfügte, deutlich in der Unterzahl. Dennoch wurden die Stellungen der Russen durchbrochen und nur deren schneller Rückzug bewahrte die Russen vor einem zweiten Cannä. Dennoch verloren sie 125,000 Kriegsknechte, wogegen wir Deutschen 40,000 Gefallene und Verwundete zu beklagen hatten. Und weil die Schlacht von Tannenberg einer der schönsten deutschen Schlachtensiege ist, so kann man sich den Schlachtbericht Hindenburgs über diese auch zur Feier der Schlacht an den Masurischen Seen noch einmal anhören, um zu zeigen, was unsere deutschen Truppen schon geleistet haben, ehe sie die Russen erneut zum Kampf gestellt und besiegt haben:

„Der 26. August ist der erste Tag des mörderischen Ringens von Lautenburg bis nördlich Bischofsburg. Nicht in lückenloser Schlachtfront sondern in Gruppenkämpfen, nicht in einem geschlossenen Akt sondern in einer Reihe von Schlägen beginnt das Drama sich abzuspielen, dessen Bühne sich auf mehr denn hundert Kilometer Breite erstreckt. Auf dem rechten Flügel führt General von François seine braven Ostpreußen. Sie schieben sich gegen Usdau heran, um am nächsten Tag den Schlüsselpunkt dieses Teiles des südlichen Kampffeldes zu stürmen. Auch General von Scholtz‘ prächtiges Korps befreit sich allmählich aus den Fesseln der Verteidigung und beginnt zum Angriff zu schreiten. Erbitterter ist der Kampf schon am heutigen Tage bei Bischofsburg. Dort wird bis zum Abend von unserer Seite gründliche Kampfarbeit getan. In kräftigen Schlägen wird das rechte Flügelkorps Samsonoffs durch Mackensens und Belows Truppen (XVII. Armeekorps und I. Reservekorps) sowie durch Landwehr zerschlagen und weicht auf Ortelsburg. Die Größe des eigenen Erfolgs ist aber noch nicht zu erkennen. Die Führer erwarten für den folgenden Tag erneuten starken Widerstand südlich des heutigen Kampffeldes. Doch sie sind guter Zuversicht. Da erhebt sich scheinbar von Rennenkampfs Seite drohende Gefahr. Man meldet eines seiner Korps im Vormarsch über Angerburg. Wird dieses nicht den Weg in den Rücken unserer linken Stoßgruppe finden? Ferner kommen beunruhigende Nachrichten aus der Flanke und dem Rücken unseres westlichen Flügels. Dort bewegt sich im Süden starke russische Kavallerie. Ob Infanterie ihr folgt, ist nicht festzustellen. Die Krisis der Schlacht erreicht ihren Höhepunkt. Die Frage drängt sich uns auf: wie wird die Lage werden, wenn sich bei solch gewaltigen Räumen und bei dieser feindlichen Überlegenheit die Entscheidung noch tagelang hinzieht? Ist es überraschend, wenn ernste Gedanken manches Herz erfüllen; wenn Schwankungen auch da drohen, wo bisher nur festester Wille war; wenn Zweifel sich auch da einstellen, wo klare Gedanken bis jetzt alles beherrschten? Sollten wir nicht doch gegen Rennenkampf uns wieder verstärken und lieber gegen Samsonoff nur halbe Arbeit tun? Ist es nicht besser, gegen die Narewarmee die Vernichtung nicht zu versuchen, um die eigene Vernichtung sicher zu vermeiden? Wir überwinden die Krisis in uns, bleiben dem gefaßten Entschlusse treu und suchen weiter die Lösung mit allen Kräften im Angriff. Demnach rechter Flügel unentwegt weiter auf Neidenburg und linke Stoßgruppe „um 4 Uhr morgens antreten und mit größter Energie handeln“, so etwa lautete der Befehl. Der 27. August zeigt, daß der Erfolg des I. Reservekorps und XVII. Armeekorps bei Bischofsburg am vorhergehenden Tage ein durchschlagender gewesen ist. Der Gegner ist nicht nur gewichen, sondern flieht vom Schlachtfeld. Des weiteren überblickt man, daß Rennenkampf nur in der Phantasie eines Fliegers in unseren Rücken marschiert. In Wirklichkeit bleibt er in langsamem Vorgehen auf Königsberg. Sieht er nicht oder will er nicht sehen, daß das Verderben gegen die rechte Flanke Samsonoffs schon im vollen Vorschreiten ist und daß es auch gegen dessen linken Flügel andauernd wächst? Denn an diesem Tage erstürmen François und Scholtz die feindlichen Stellungen bei Usdau und nördlich und schlagen den südlichen Gegner. Mag nunmehr die feindliche Mitte weiter nach Allenstein-Hohenstein vordringen, sie findet dort nicht mehr den Sieg, sondern nur noch das Verderben. Die Lage ist für uns klar; wir geben am Abend des Tages den Befehl zum Einkreisen der Kernmasse des Gegners, nämlich seines XIII. und XV. Armeekorps. Während des 28. August geht das blutige Ringen weiter. Der 29. sieht einen großen Teil der russischen Hauptkräfte bei Hohenstein der endgültigen Vernichtung anheimfallen. Ortelsburg wird von Norden, Willenberg über Neidenburg von Westen erreicht. Der Ring um Tausende und Abertausende von Russen beginnt sich zu schließen. Viel russisches Heldentum ficht freilich auch in dieser verzweiflungsvollen Lage noch weiter für den Zaren, die Ehre der Waffen rettend, aber nicht mehr die Schlacht. Rennenkampf marschiert immer noch ruhig weiter auf Königsberg. Samsonoff ist verloren, auch wenn sein Kamerad jetzt noch zu anderer und besserer kriegerischer Einsicht kommen sollte. Denn schon können wir Truppen aus der Schlachtfront ziehen zur Deckung unseres Vernichtungswerks, das sich in dem großen Kessel Neidenburg-Willenberg-Passenheim vollzieht und in dem der verzweifelnde Samsonoff den Tod sucht. Aus diesem Kessel heraus kommen größer und größer werdende russische Gefangenenkolonnen. In ihrem Erscheinen tritt der reifende Erfolg der Schlacht immer klarer zutage. Ein eigenartiger Zufall wollte es, daß ich in Osterode, einem unserer Unterkunftsorte während der Schlacht, den einen der beiden gefangenen russischen Kommandierenden Generale in dem gleichen Gasthofe empfing, in dem ich im Jahre 1881 auf einer Generalstabsreise als junger Generalstabsoffizier einquartiert gewesen war. Der andere meldete sich am folgenden Tage bei mir in einer von uns zu Geschäftsräumen umgewandelten Schule. Schon während der Kämpfe konnten wir das teilweise prächtige Soldatenmaterial betrachten, über das der Zar verfügte. Nach meinen Eindrücken befanden sich darunter zweifellos bildungsfähige Elemente. Ich nahm bei dieser Gelegenheit, wie schon 1866 und 1870 wahr, wie rasch der deutsche Offizier und Soldat in seinem seelischen Empfinden und in seinem sachlichen Urteil in dem gefangenen Gegner den gewesenen Feind vergißt. Die Kampfeswut unserer Leute ebbt überraschend schnell zu rücksichtsvollem Mitgefühl und menschlicher Güte ab. Nur gegen die Kosaken erhob sich damals der allgemeine Zorn. Sie wurden als die Ausführer all der vertierten Rohheiten betrachtet, unter denen Ostpreußens Volk und Land so grausam zu leiden hatten. Dem Kosak schlug anscheinend sein schlechtes Gewissen, denn er entfernte, wo und wie er immer konnte, bei drohender Gefangennahme die Abzeichen, die seine Waffenzugehörigkeit kenntlich machten, nämlich die breiten Streifen an den Hosen. Am 30. August macht der Gegner im Osten und Süden den Versuch, mit frischen und wieder gesammelten Truppen unseren Einschließungsring von außen her zu sprengen. Von Myszyniec, also aus der Richtung Ostrolenka, führt er neue starke Kräfte auf Neidenburg und Ortelsburg gegen unsere Truppen, die schon das russische Zentrum völlig einkreisen und daher dem anrückenden Gegner den Rücken bieten. Gefahr ist im Verzug; um so mehr, als von Mlawa anrückende feindliche Kolonnen nach Fliegermeldung 35 Kilometer lang, also sehr stark sein sollen. Doch halten wir fest an unserem großen Ziele. Die Hauptmacht Samsonoffs muß umklammert und vernichtet werden. François und Mackensen werfen dem neuen Feind ihre freilich nur noch schwachen Reserven entgegen. An ihnen scheitert der russische Versuch, die Katastrophe Samsonoffs zu mildern. Während Verzweiflung den Umklammerten ergreift, hat Mattherzigkeit die Tatkraft desjenigen gelähmt, der die Befreiung hätte bringen können. Auch in dieser Beziehung bestätigen die Ereignisse auf dem Schlachtfelde von Tannenberg die alten menschlichen und soldatischen Erfahrungen. Unser Feuerkreis um die dicht gedrängten, bald hierhin, bald dorthin stürzenden russischen Haufen wird mit jeder Stunde fester und enger. Rennenkampf scheint an diesem Tage die Deimelinie östlich Königsberg zwischen Labiau und Tapiau angreifen zu wollen. Seine Kavalleriemassen nähern sich aus Richtung Landsberg-Bartenstein dem Schlachtfeld von Tannenberg. Wir aber haben bereits starke, siegesfrohe, wenn auch ermüdete Kräfte zur etwaigen Abwehr bei Allenstein gesammelt. Der 31. August ist für unsere noch kämpfenden Truppen der Tag der Schlußernte, für unser Oberkommando der Tag des Überlegens über Weiterführung der Operationen, für Rennenkampf der Tag der Rückkehr in die Linie Deime-Allenburg-Angerburg. Schon am 29. August hatte mir der Gang der Ereignisse ermöglicht, meinem Allerhöchsten Kriegsherrn den völligen Zusammenbruch der russischen Narewarmee zu melden. Noch am gleichen Tage erreichte mich auf dem Schlachtfelde der Dank Seiner Majestät, auch im Namen des Vaterlandes. Ich übertrug diesen Dank im Herzen wie in Worten auf meinen Generalstabschef und auf unsere herrlichen Truppen. Am 31. August konnte ich meinem Kaiser und König folgendes berichten: „Eurer Majestät melde ich all untertänigst, daß sich am gestrigen Tage der Ring um den größten Teil der russischen Armee geschlossen hat. XIII., XV. und XVIII. Armeekorps sind vernichtet. Es sind bis jetzt über 60,000 Gefangene, darunter die Kommandierenden Generale des XIII. und XV. Armeekorps. Die Geschütze stecken noch in den Waldungen und werden zusammengebracht. Die Kriegsbeute, im einzelnen noch nicht zu übersehen, ist außerordentlich groß. Außerhalb des Ringes stehende Korps, das I. und VI., haben ebenfalls schwer gelitten, sie setzen fluchtartig den Rückzug fort über Mlawa und Myszyniec.“ Die Truppen und ihre Führer hatten Gewaltiges geleistet. Nun lagerten die Divisionen in den Biwaks und das Dankeslied der Schlacht von Leuthen schallte aus ihrer Mitte. In unserem neuen Armeehauptquartier Allenstein betrat ich die Kirche in der Nähe des alten Ordensschlosses während des Gottesdienstes. Als der Geistliche das Schlußgebet sprach, sanken alle Anwesenden, junge Soldaten und alte Landstürmer, unter dem gewaltigen Eindruck des Erlebten auf die Knie. Ein würdiger Abschluß ihrer Heldentaten.“

Wir Deutschen feiern heute den Geburtstag von unserem großen Naturforscher Alexander von Humboldt. In Berlin erblickte unser Naturforscher 1769 das Licht der Welt. Der Sohn eines preußischen Kammerherren folgte anfangs seinem Vater nach und befaßte sich nach dem Studium verschiedener Naturwissenschaften und der Wirtschaftslehre mit dem Bergbau. Jedoch nur bis 1795, wo er die Schreibstube gegen Forschungsreisen eintauschte. Seine erste große Entdeckungsfahrt führte ihn von 1799 bis 1804 nach Südamerika, wo er Pflanzen, Landschaften, Tiere und Menschen untersuchte. Da unser Alexander von Humboldt sehr fleißig beim Sammeln war, hatte er danach über 20 Jahre gut zu tun, um seine Arbeit auszuwerten und niederzuschreiben. Seine nächste Entdeckungsfahrt unternahm er daher erst 1829 zum Ural und nach Sibirien. Nach deren Auswertung ging er in den Ruhestand und hielt an der Berliner Universität die ein oder andere Vorlesung. Unser Alexander von Humboldt war nämlich zwischenzeitlich zum Mitglied der preußischen Akademie die Wissenschaften und zum Kammerherrn ernannt worden. Seine Werke sind heute wohl nicht mehr ganz auf dem neusten Stand, aber andererseits soll viel altes Wissen heute verschwiegen werden… Zur Feier des Geburtstages von unserem Alexander von Humboldt lasse ich unseren Wilhelm Furtwängler Beethovens sechste Symphonie, genannt die Pastorale (Ländliche), aufspielen: https://www.youtube.com/watch?v=DcKMl7ZCfl8 Dazu schmökere ich ein wenig im vierten Band von Reise in die Aequinoctial-Gegenden des neuen Kontinents“ (an der Wahl seiner Buchnamen muß unser Naturforscher wirklich noch etwas arbeiten): http://www.gutenberg.org/ebooks/38638

Am 10. Mai. In der Nacht war unsere Pirogue geladen worden, und wir schifften uns etwas vor Sonnenaufgang ein, um wieder den Rio Negro bis zur Mündung des Cassiquiare hinaufzufahren und den wahren Lauf dieses Flusses, der Orinoco und Amazonenstrom verbindet, zu untersuchen. Der Morgen war schön; aber mit der steigenden Wärme fing auch der Himmel an sich zu bewölken. Die Luft ist in diesen Wäldern so mit Wasser gesättigt, daß, sobald die Verdunstung an der Oberfläche des Bodens auch noch so wenig zunimmt, die Dunstbläschen sichtbar werden. Da der Ostwind fast niemals zu spüren ist, so werden die feuchten Schichten nicht durch trockenere Luft ersetzt. Dieser bedeckte Himmel machte uns mit jedem Tage verdrüßlicher. Bonpland verdarben bei der übermäßigen Feuchtigkeit seine gesammelten Pflanzen und ich besorgte auch im Tal des Cassiquiare das trübe Wetter des Rio Negro anzutreffen. Seit einem halben Jahrhundert zweifelte kein Mensch in diesen Missionen mehr daran, daß hier wirklich zwei große Stromsysteme mit einander in Verbindung stehen; der Hauptzweck unserer Flußfahrt beschränkte sich also darauf, mittelst astronomischer Beobachtungen den Lauf des Cassiquiare aufzunehmen, besonders den Punkt, wo er in den Rio Negro tritt, und den andern, wo der Orinoco sich gabelt. Waren weder Sonne noch Sterne sichtbar, so war dieser Zweck nicht zu erreichen und wir hatten uns vergeblich langen, schweren Mühseligkeiten unterzogen. Unsere Reisegefährten wären gerne auf dem kürzesten Weg über den Pimichin und die kleinen Flüsse heimgekehrt; aber Bonpland beharrte mit mir auf dem Reiseplan, den wir auf der Fahrt durch die großen Katarakten entworfen. Bereits hatten wir von San Fernando de Apure nach San Carlos (über den Apure, Orinoco, Atabapo, Temi, Tuamini und Rio Negro) 180 Meilen zurückgelegt. Gingen wir auf dem Cassiquiare in den Orinoco zurück, so hatten wir von San Carlos bis Angostura wieder 320 Meilen zu machen. Auf diesem Wege hatten wir zehn Tage lang mit der Strömung zu kämpfen, im Übrigen ging es immer den Orinoco hinab. Es wäre eine Schande für uns gewesen, hätte uns der Ärger wegen des trüben Himmels oder die Furcht vor den Moskitos auf dem Cassiquiare den Mut benommen. Unser indianischer Steuermann, der erst kürzlich in Mandavaca gewesen war, stellte uns die Sonne und »die großen Sterne, welche die Wolken essen,« in Aussicht, sobald wir die schwarzen Wasser des Rio Negro hinter uns haben würden. So brachten wir denn unser erstes Vorhaben, über den Cassiquiare nach San Fernando am Atabapo zurückzugehen, in Ausführung, und zum Glück für unsere Arbeiten ging die Prophezeiung des Indianers in Erfüllung. Die weißen Wasser brachten uns nach und nach wieder heitereren Himmel, Sterne, Moskitos und Krokodile. Wir fuhren zwischen den dicht bewachsenen Inseln Zaruma und Mini oder Mibita durch, und liefen, nachdem wir die Stromschnellen an der Piedra de Uinumane hinaufgegangen, acht Seemeilen weit von der Schanze San Carlos in den Rio Cassiquiare ein. Jene Piedra, das Granitgestein, das den kleinen Katarakt bildet, zog durch die vielen Quarzgänge darin unsere Aufmerksamkeit auf sich. Die Gänge waren mehrere Zoll breit, und ihren Massen nach waren sie augenscheinlich nach Alter und Formation unter einander sehr verschieden. Ich sah deutlich, daß überall an den Kreuzungsstellen die Gänge, welche Glimmer und schwarzen Schörl führten, die andern, welche nur weißen Quarz und Feldspat enthielten, durchsetzten und verwarfen. Nach Werners Theorie waren also die schwarzen Gänge von neuerer Formation als die weißen. Als Zögling der Freiberger Bergschule mußte ich mit einer gewissen Befriedigung beim Fels Uinumane verweilen und in der Nähe des Aequators Erscheinungen beobachten, die ich in den heimischen Bergen so oft vor Augen gehabt. Ich gestehe, die Theorie, nach welcher die Gänge Spalten sind, die mit verschiedenen Substanzen von oben her ausgefüllt worden, behagt mir jetzt nicht mehr so ganz wie damals; aber dieses sich Durchkreuzen und Verwerfen von Gestein- und Metalladern verdient darum doch, als eines der allgemeinsten und gleichförmigsten geologischen Phänomene, die volle Aufmerksamkeit des Reisenden. Ostwärts von Javita, längs des ganzen Cassiquiare, besonders aber in den Bergen von Duida vermehren sich die Gänge im Granit. Dieselben sind voll von Drusen, und ihr häufiges Vorkommen scheint auf ein nicht sehr hohes Alter des Granits in diesem Landstrich hinzudeuten. Wir fanden einige Flechten auf dem Fels Uinumane, der Insel Chamanare gegenüber, am Rand der Stromschnellen; und da der Cassiquiare bei seiner Mündung eine rasche Wendung von Ost nach Südwest macht, so lag jetzt zum erstenmal dieser majestätische Arm des Orinoco in seiner ganzen Breite vor uns da. Er gleicht, was den allgemeinen Charakter der Landschaft betrifft, so ziemlich dem Rio Negro. Wie im Becken dieses Flusses laufen die Waldbäume bis ans Ufer vor und bilden ein Dickicht; aber der Cassiquiare hat weißes Wasser und ändert seine Richtung öfter. Bei den Stromschnellen am Uinumare ist er fast breiter als der Rio Negro und bis über Vasiva hinaus fand ich ihn überall 250 bis 280 Toisen breit. Ehe wir an der Insel Garigave vorbei kamen, sahen wir gegen Nordosten beinahe am Horizont einen Hügel mit halbkugligtem Gipfel. Diese Form ist in allen Himmelsstrichen den Granitbergen eigentümlich. Da man fortwährend von weiten Ebenen umgeben ist, so hängt sich die Aufmerksamkeit des Reisenden an jeden freistehenden Fels und Hügel. Zusammenhängende Berge kommen erst weiter nach Ost, den Quellen des Pacimoni, Siapa und Mavaca zu. Südlich vom Raudal von Caravine bemerkten wir, daß der Cassiquiare auf seinem gekrümmten Lauf San Carlos wieder nahe kommt. Von der Schanze in die Mission San Francisco, wo wir übernachteten, sind es zu Lande nur zwei und eine halbe Meile, während man auf dem Fluß 7-8 rechnet. Ich verweilte einen Teil der Nacht im Freien in der vergeblichen Hoffnung, die Sterne zum Vorschein kommen zu sehen. Die Luft war nebligt trotz der weißen Wasser, die uns einem allezeit sternhellen Himmel entgegen führen sollten…“

„Nach der Varusschlacht muß wohl durch die Gemüter der Besten die Hoffnung gegangen sein, daß der Nation aus dem herrlichen Sieg der Cherusker und ihrer Verbündeten und aus dem Zurückweichen des Feindes im Westen wie im Süden eine gewisse Einigung erwachsen werde. Den sonst sich fremd gegenüberstehenden Sachsen und Sueben mag vielleicht eben in diesen Krisen das Gefühl der Einheit aufgegangen sein. Daß die Sachsen vom Schlachtfelde weg den Kopf des Varus an den Suebenkönig schickten, kann nichts sein als der wilde Ausdruck des Gedankens, daß für alle Germanen die Stunde gekommen sei in gemeinschaftlichem Ansturm sich auf das römische Reich zu stürzen und des Landes Grenze und des Landes Freiheit so zu sichern, wie sie allein gesichert werden können, durch Niederschlagen des Erbfeindes in seinem eigenen Heim.“

Was der alte Mommsen hier über die Schlacht im Teutoburger Wald angeregt hat, nahmen sich unsere Altvorderen beim Kampf gegen die Türken zu Herzen und sind sie 1683 nach der Schlacht am Kahlenberg und der erfolgreichen Verteidigung Wiens auch nicht bis nach Konstantinopel oder gar ins Heilige Land gekommen, so haben sich unser Feldherr Karl von Lothringen und seine Mitstreiter dennoch das Palästinalied unseres alten Minnesängers Walter von der Vogelweide, zur Feier ihres heutigen Sieges, verdient. Auf den guten Willen kommt es ja im Erdenleben immer an: https://www.youtube.com/watch?v=isxvXITTLLY

„Nun erst lebe ich würdig,

seit mein sündiges Auge sieht

das reine Land und auch die Erde,

der man so viel der Ehren gibt.

Mir ist passiert, worum ich stets bat

ich bin an die Stätte gekommen,

wo Gott die Menschwerdung antrat.

Schöne Länder, reich und herrlich,

was ich von solchen bis heute gesehen,

so bist du ihrer aller Krone.

Was für ein Wunder ist hier geschehen!

Daß eine Magt ein Kind gebar,

erhaben über aller Engel Schar,

war das nicht ein vollkommenes Wunder?

Hier ließ er, der Reine sich taufen,

damit der Mensch rein sei.

Dann ließ er sich hier verkaufen,

damit wir Leibeigene frei würden.

Anderenfalls wären wir verloren.

Wohl Dir, Speer, Kreuz und Dorn!

Weh Dir, Heiden, das ist Dir ein Ärgernis!

Da er sich wollte unsrer erbarmen,

da erlitt er den grausamen Tod,

er, der Allmächtige, über uns so Armselige,

damit wir entkämen der Not.

Daß ihn das damals nicht verdroß,

das ist ein Wunder übergroß,

das aller Wunder, seinesgleichen nicht hat.

Von hier fuhr der Sohn zur Hölle,

von dem Grabe, darin er lag.

Dabei war stets des Vaters Beistand

und der Geist, den niemand kann

gesondert scheiden, es soll eins sein,

klar und weiter als ein Schein,

so wie er Abraham erschien.

Als er den Teufel dort geschunden,

wie nie ein Kaiser besser stritt,

da kam er wieder zum Land.

Da hob sich an der Juden Leid:

Daß der Herr ihre Bewachung brach

und daß man ihn dann lebend sah,

den ihre Hand schlug und stach.

Danach war er in dem Lande

vierzig Tage, dann fuhr er dorthin,

woher ihn sein Vater sandte.

Seinen Geist, der uns bewahre,

den sandte er gleich wieder her.

Heilig ist eben dieses Land,

sein Name, der ist vor Gott anerkannt.

Auf das Land hat er gesprochen

einen schrecklichen Gerichtstag,

an dem der Waise wird gerächt

und die Witwe Klage erheben kann

und der Arme gegen die Gewalt,

die man ihnen angetan hat.

Wohl ihm dort, der hier vergilt!

Nicht wie unsere Landrichter täten

schiebt man da niemandes Klage auf,

denn er wird da sofort richten.

So wird es am letzten Tage sein.

Und wer irgendeine Schuld hier läßt

ungetilgt: Wie steht der da,

dort, da er weder Pfand noch Bürgen hat.

Ihr laßt euch dessen nicht verdrießen,

was ich bis jetzt gesprochen habe?

so will ich die Rede weiterführen

in Kürze – und euch wissen lassen,

was Gott an Wundern hier noch werden ließ

und für die Welt ins Werk gesetzt hat,

das hub dort an und wird hier enden.

Christen, Juden und die Heiden

behaupten, daß dies ihr Erbe sei.

Gott müsse es zu Recht entscheiden

um seiner drei Wesenheiten willen.

Die ganze Welt, die streitet hierüber:

Wir sind an der rechten Seite.

Recht ist, daß er es uns gewähre!

Mehr denn hunderttausend Wunder

sind hier in diesem Lande,

davon ich nicht mehr im einzelnen

sagen kann als ein Kind,

außer einem Teil von unserem Recht.

Wem dies nicht genügt, der gehe

zu den Juden, die sagen ihm mehr.

Meine Dame, durch eure Güte

vernehmt nun meine Klage,

damit ihr durch euer hohes Gemüt

von dem was ich sage nicht erzürnt.

Vielleicht, daß ein ungeschickter Mann

schlechter redet als er könnte

daran sollt ihr euch nicht stören.“

Noch ein paar Worte zur Schlacht am Kahlenberg: Das türkische Heer vor Wien war ursprünglich über 200,000 Kriegsknechte stark, hatte aber durch die Belagerung schon 50,000 Leute verloren und das Gefecht von Bisamberg hatte die Türken auch über 10,000 Mann gekostet. Dennoch war unser Entsatzheer mit seinen 65,000 bis 83,000 Mann deutlich unterlegen. Unser Feldherr Karl von Lothringen entschied die Schlacht durch einen Flankenangriff und so ergriffen die Türken die Flucht und büßten weitere 20,000 Kriegsknechte und 117 Geschütze ein. Nachzulesen gibt es das epische Ganze bei unserem Geschichtsschreiber Friedrich von Mühlwerth-Gärtner in „Die Belagerung und der Entsatz von Wien“ und darin erreicht nun unser bedrängtes Wien die frohe Kunde vom baldigen Kommen unseres Entsatzheeres:

„Da es für die Stadt, wie den außerhalb harrenden Karl von Lothringen immer schwieriger wurde, sich über die Sachlage gegenseitig zu verständigen, wurden reiche Belohnungen Jenen versprochen, welche zur Überbringung von Meldungen den gefährlichen Gang durch das türkische Lager wagen wollten. Am 13. August verließ Georg Franz Kolschitzky, ein Raize, der längere Zeit im Oriente gelebt hatte, geläufig türkisch sprach, Sitten und Gebräuche der Orientalen kannte, mit einem Briefe Kapliers‘ die Stadt, überbrachte ihn dem Herzoge von Lothringen und kehrte am 17. August mit Mitteilungen zurück, daß der Herzog bei Angern und Stillfried stehe und ein Hilfsheer von 70,000 Mann zum Entsatze der Stadt baldigst eintreffen werde. Am 20. August und dann noch zwei Male ging ein Diener Kolschitzskys, Georg Michaelovitz mit Briefen Kapliers‘ und Starhembergs an den Herzog ab, worin dringend um Entsatz gebeten wurde. Am 20. August visitierte Starhemberg zum ersten Male nach längerer Krankheit die besonders bedrohten Punkte wieder und wurde überall mit begeisterten Zurufen begrüßt. – Die Hoffnung auf baldigen Entsatz hatte die Verteidiger mit neuem Mute erfüllt. Vom 21. bis 25. August wurden wieder alle Anstrengungen der Türken, sich zu Herren des Ravelins zu machen, vereitelt. Da Starhemberg den weiteren Fortschritten der Türken nur durch Ausfälle begegnen konnte, befahl er am 25. August vier Nachmittags einen Ausfall in den Graben der Löwelbastion, welche die Türken schon zu unterminieren begannen. Die Hauptleute Travers und Hennemann vom Regimente Souches und Simon vom Regimente Beck vertrieben mit 200 Mann die Türken aus verschiedenen Laufgräben, würden aber von anderen von allen Seiten herbeieilenden feindlichen Abteilungen erdrückt worden sein, wenn ihnen Oberst Herzog von Württemberg mit hundert Mann nicht Luft gemacht hätte. Bei allem dem, und obwohl der Angreifer auch in den nächsten Tagen trotz aller Minen und Stürme doch keine erheblichen Fortschritte machte, wurde die Lage der Stadt immer schlimmer, die Berichte Kapliers‘ und Starhembergs an den Herzog von Lothringen immer besorgter. Die feindlichen Geschosse, noch mehr die Ruhr, hatten die Reihen der Verteidiger schon allzusehr gelichtet, so zwar, daß beispielsweise bürgerliche Büchsenmacher an die Stelle der gefallenen Artillerieoffiziere treten mußten. Viele von zahlreichen Minen unter wühlte Wallstrecken hatten nur in sehr unvollkommener Weise ausgebessert werden können. Die ganze Contreescarpe vom Burg- bis zum Schottentor und das Burgravelin glichen nur einem Schutthaufen. Unter den beiden angegriffenen Bastionen und der sie verbindenden Courtine aber arbeitete allenthalben der feindliche Mineur. Allmälig begannen auch die Lebensmittel zu mangeln, oder enorme Preise zu erreichen. Namentlich fehlte es an frischem Fleisch fast gänzlich, daher Hauskatzen, man nannte sie „Dachhasen“, ein sehr gesuchter und gut bezahlter Braten wurden.“

Einen schönen Sieg hat sich heute unser Prinz Eugen bei Turin fürwahr erfochten. Im Jahre 1706 schlug er die Gallier vor den Toren Turins und beendete so deren Belagerung der savoyischen Hauptstadt. Eine große Feldschlacht, die unser Prinz Eugen mal wieder in deutlicher Unterzahl gewonnen hat – mit 30,000 Recken trat er nämlich gegen rund 45,000 gallische Kriegsknechte an. Die gallischen Verluste beliefen sich auf 14,000 Mann, während wir 3000 Gefallene und Verwundete zu beklagen hatten. Da unsere Preußen – unter dem alten Dessauer – entscheidenden Anteil am Sieg bei Turin hatten, kann ich mir wieder einmal den Choral von Leuthen, will heißen die Bachkantate „Nun danket alle Gott“ für unsere Siegesfeier aussuchen: https://www.youtube.com/watch?v=2W9XF6dig-w

„Nun danket alle Gott

Mit Herzen, Mund und Händen,

Der große Dinge tut

An uns und allen Enden,

Der uns von Mutterleib

Und Kindesbeinen an

Unzählig viel zu gut

Bis hier her hat getan.

Der ewig reiche Gott

Woll uns bei unsrem Leben

Ein immer fröhlich Herz

Und edlen Frieden geben,

Und uns in seiner Gnad,

Erhalten fort und fort

Und uns aus aller Not

Erlösen hier und dort.

Lob, Ehr und Preis sei Gott,

Dem Vater und dem Sohne

Und dem, der beiden gleich

Im höchsten Himmelsthrone,

Dem einig höchsten Gott,

Als er anfänglich war

Und ist und bleiben wird

Jetzt und immerdar.“

Die Einzelheiten kann, darf und soll man beim Ritter von Arneth nachlesen, der die Taten unseres Eugens für die Nachwelt niedergeschrieben hat (unser verehrter Herr Prinz war da wohl etwas zu schreibfaul): https://archive.org/details/prinzeugenvonsa05arnegoog Die Schreibfaulheit kann für einen Feldherrn und Staatsmann übrigens schlimme Folgen haben. Mich schüttelt es immer bei dem Gedanken, was wäre wenn etwa unser Wüstenfuchs Rommel, unser Panzerheinz Guderian oder unser Panzerstratege Manstein die Geschichte ihrer Feldzüge nicht eigenhändig niedergeschrieben hätten und wir Deutschen diese nun vom Fernsehmärchenonkel Guido hören müßten. Schauderhaft, schauderhaft… die Gallier wollen unseren Prinz Eugen in ihrem Belagerungsring trotzen und der packt das Glück beim Schopf und bereitet umgehend die Feldschlacht vor:

„Der Herzog von Orleans hätte zwar gewünscht, den Feinden in offenem Felde entgegen zu gehen und ihnen eine Schlacht zu liefern. Marsin aber erklärte sich dagegen. Der Marschall befand sich überhaupt in einer sonderbaren Gemütsverfassung. Von dem Augenblicke an, als er den Befehl erhalten hatte, sich nach Italien zu begeben, war er von der Idee verfolgt, daß er daselbst umkommen werde. Ein Schreiben, welches er seinem Beichtvater ein händigte, im nach seinem Tode dem Kriegsminister Chamillart übergeben zu werden, beweiset, wie Marsin sich ganz und gar einer Ahnung hingab, die ihn allerdings nicht täuschte. Sie beschäftigte ihn dergestalt, daß er zu kräftigen Entschlüssen nicht mehr fähig war. Sein Ansehen zog die meisten andern Generale mit sich fort. Der ganze Kriegsrat, mit Ausnahme Albergottis und d’Estaings stimmte Marsins Ansicht bei. Der Herzog von Orleans, nach seinen eigenen Worten noch in dem Noviziat der Heerführung, wagte der größeren Anzahl nicht zu widersprechen. So ward der Entschluß gefaßt, den Feind in den Verschanzungen vor Turin zu erwarten. Und in der Tat waren Eugen und der Herzog von Savoyen ganz die Männer, welche die Geduld des Feindes nicht zu sehr zu mißbrauchen drohten. Schon am Tage nach der Vereinigung ihrer Truppen eilten die beiden Fürsten auf die Höhen der Superga, um die feindlichen Stellungen zu rekognoszieren. Von hier übersahen sie in voller Deutlichkeit das französische Lager, die Circumvallationslinien, die Angriffswerke und das ganze Terrain um Turin. An der Stelle, auf welcher die Feldherrn sich befanden, stand ein kleines Kapellchen und Viktor Amadeus tat das Gelübde, statt desselben für den Fall eines Sieges dem Herrn der Heerscharen auf dem gleichen Platze ein prächtiges Gotteshaus zu erbauen. Es ist dies die schöne Grabeskirche der Könige von Sardinien, welche seit jener Zeit stolz herniederblickt auf die zu ihren Füßen ruhende Hauptstadt des Landes. Der dritte September wurde damit zugebracht, das Heer der Verbündeten mit allen Bedürfnissen zu dem bevorstehenden Kampfe zu versehen. Tags darauf brachen die beiden Fürsten aus ihrem Lager auf, gingen zwischen Carignano und Moncalieri über den Po, und griffen am 5. September einen starken feindlichen Transport an, dessen Bedeckung sich in größter Verwirrung nach Pianezza warf. Aber auch dieser Ort wurde noch am selben Abende von Eugen genommen, und daselbst große Beute gemacht.“

Bei Dennewitz hat Napoleon mal wieder eine Niederlage zugefügt bekommen und konnte seinen Sieg bei Dresden nun endgültig dem Monty geben. Gemein war es im Jahre 1813 ja schon. Sobald Napoleon einen seiner Unterfeldherren mit einer Armee abschickte, wurde dieser auch schon geschlagen und nachdem die Gallier genug geschwächt waren und die Österreicher in den Krieg eingetreten waren, konnte Napoleon selbst bei Leipzig niedergeworfen werden. Die Schlacht von Dennewitz ist eine kriegerische Meisterleistung unserer Feldherren Bülow und Tauentzien. Ney rückte nämlich mit 75,000 Mann auf Berlin vor und ihnen standen nur 50,000 Preußen zur Verteidigung zur Verfügung. Gesiegt haben sie aber trotzdem und mit 24,000 Mann zu 9000 Mann den Galliern einen bedeutend größeren Verlust zugefügt und außerdem noch vier Feldzeichen und 80 Kanonen erbeutet. Die Schlacht von Dennewitz ist ein guter Anlaß, um einmal mehr die Bachkantate „Nun danket alle Gott“ zum Besten zu geben – schließlich ist diese als Choral von Leuthen das preußische Siegeslied an sich: https://www.youtube.com/watch?v=2W9XF6dig-w

Nun danket alle Gott

Mit Herzen, Mund und Händen,

Der große Dinge tut

An uns und allen Enden,

Der uns von Mutterleib

Und Kindesbeinen an

Unzählig viel zu gut

Bis hier her hat getan.

Der ewig reiche Gott

Woll uns bei unsrem Leben

Ein immer fröhlich Herz

Und edlen Frieden geben,

Und uns in seiner Gnad,

Erhalten fort und fort

Und uns aus aller Not

Erlösen hier und dort.

Lob, Ehr und Preis sei Gott,

Dem Vater und dem Sohne

Und dem, der beiden gleich

Im höchsten Himmelsthrone,

Dem einig höchsten Gott,

Als er anfänglich war

Und ist und bleiben wird

Jetzt und immerdar.“

Im Schlachtbericht unseres Geschichtsschreibers Barthold von Quistorp muß die Schlacht von Dennewitz aber nun zuerst einmal durchgekämpft werden: http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10405894_00034.html

Wir wenden uns nun zum General Graf Tauentzien. Derselbe war beim Eintreffen in Jüterbog nach seinem nächtlichen Abenteuer sehr unwillig gewesen über die Nachrichten von dem nachteiligen Gefecht des Korps, und hatte den Gegner nicht für so stark halten wollen, als er ihm geschildert wurde. Indessen genehmigte er doch im Allgemeinen die für den Augenblick getroffenen Maßregeln und vollzog die notwendigen Mitteilungen an General von Bülow, welche Major von Rottenburg schon vorbereitet hatte. Um sieben Uhr Morgens warf er sich zu Pferde und ritt zu den Truppen hinaus. Nachdem er sie begrüßt, hier gelobt, dort ermuntert hatte, um ihnen die mehrfach erschütterte Festigkeit wieder zu geben, ging er zum Rekognoszieren über Rohrbeck vor. Gleich jenseits des Orts stieß er auf den General Ilowaisky, der mit seinen Kosaken von Kavallerie verfolgt, eiligst auf das Dorf zurückging, und das Anrücken bedeutender feindlicher Massen aus allen Waffengattungen meldete. Nunmehr schickte Graf Tauentzien die sämtlichen Offiziere seiner Umgebung zurück, um die Truppen sofort zum Abmarsch in Bereitschaft setzen zu lassen. Der ganzen Sachlage gemäß ging seine Absicht dahin, baldmöglichst die völlige Bereinigung seiner 9000 Mann mit General von Bülow zu bewirken, und er hatte dazu schon früh angeordnet, daß um neun Uhr eine Avantgarde den Marsch auf Waltershausen beginnen sollte. Als man nun aber das Vorrücken von Kolonnen in der Richtung auf Dennewitz wahrnahm und dadurch die Verbindung mit dem III. Armeekorps gefährdet sah, wurde jene Maßregel dahin abgeändert, daß das ganze Korps gegen viertel Neun Uhr zum Abmarsch nach den hinter Kaltenborn gelegenen Höhen erhielt, um desto eher die Vereinigung zu bewirken. Vier Bataillone und eineinhalb Batterien (Wins und Kospoth des schlesischen, Klöden und Dullack des I. kurmärkischen Regiments, die Batterien XXVII und V) blieben indessen unter Major von Kleist auf der Windmühlenhöhe vor Jüterbog zurück. Sie sollten sich dort möglichst verdeckt halten, aber nötigenfalls den Posten mit Hartnäckigkeit behaupten. Die Stadt, mit Mauern umgeben, ist an sich fest, und bildet einen Sperrpunkt für die durch passierenden Straßen, da sie auf beiden Seiten mit Weichland eingefaßt, nicht in unmittelbarer Nähe umgangen werden kann. Auch enthielt sie ein Magazin für das III. Korps. Der General soll bei dieser Anordnung die Absicht gehabt haben, durch sie die Verbindung mit der Division Wobeser zu ermöglichen, welche nunmehr angewiesen wurde, von Luckau heranzurücken. Diese Division befand sich indessen noch zwei Märsche entfernt; bis zu ihrem Eintreffen mußte die Schlacht entschieden, und damit bei günstigem Verlauf die Verbindung über Jüterbog von selbst offen sein. Im gegenteiligen Fall aber konnte auch das Detachement der Major von Kleist diesen Zweck nicht erfüllen, und es lag für dasselbe in seiner Isolierung nur eine Gefahr, für das Korps aber eine Zersplitterung der ohnehin zu schwachen Kräfte. Möglicher Weise hat zu dieser Maßregel des Korps noch nicht ausreichend gefechtsfähig waren. Sie hatten am vorhergehenden Tage vorzugsweise gelitten, und insbesondere mochte noch das Bataillon Kospoth auf das Wiedereintreffen seiner zahlreichen Versprengten warten; die 12pfündige Batterie hatte keinen Ersatz an Munition, die andere keine brauchbare Bespannung erhalten können. – Die ebenfalls zurückbleibende Bagage des Korps wurde später, während des bedenklichen Verlaufs der Schlacht, unter Bedeckung der beiden Berliner Landwehr-Eskadrons nach Treuenbrietzen zurückgeschickt.“