In unserem deutschen Posen kam 1886 unser Vizeadmiral Lothar von Arnauld (de la Periere – mit vollem Namen) zur Welt. Der unangefochtene König der Ubootfahrer. Sowohl bei den Versenkungen als auch beim zerstörten Schiffsraum. Sage und schreibe 194 feindliche Schiffe mit 453,000 Bruttoregistertonen hat er mit seinen Ubooten XXXV und CXXXIX auf den Meeresgrund geschickt. Seit 1903 fuhr er mit unserer kaiserlichen Marine zur See und durfte ab 1915 auf Feindfahrt gehen. An Orden bekam er das Eiserne Kreuz I. und II. Klasse, den Hausorden der Hohenzollern und den Blauen Verdienstorden Friedrichs des Großen verliehen. Nach dem Vierjährigen Krieg sorgte unser Lothar von Arnauld zuerst mit unseren Freikorps für Ordnung und setzte seine Laufbahn bei der Reichsmarine fort. Im Jahre 1931 ging er in den Ruhestand, kehrte jedoch 1940 zur Kriegsmarine zurück und wurde zum Vizeadmiral ernannt. Seine Waffentaten hat er uns in seinem Ubootfahrerbuch „U35 auf Jagd“ geschildert. Der Ahnherr unseres Lothars von Arnauld stammt übrigens aus Gallien und kam zu Zeiten Friedrichs des Großen in unser altes deutsches Reich, ihr garstigen Gallierfeinde! Musikalisch befinde ich mich einmal mehr in der Zwickmühle. Da ich mich zwischen Händels Wassermusik und dem Schlachtgesang „Wir fahren gegen Engeland“ entscheiden muß. Daher nehme ich einmal mehr wieder beides und so gibt es nun sowohl Händels Wassermusik https://www.youtube.com/watch?v=cnn3TVBDtcA als auch den Schlachtgesang „Wir fahren gegen Engeland“ zur Feier des Tages zu hören: https://www.youtube.com/watch?v=yajC9RIDh68

Heute wollen wir ein Liedlein singen,


Trinken wollen wir den kühlen Wein
.

Und die Gläser sollen dazu klingen,

Denn es muß, es muß geschieden sein.

Gib‘ mir deine Hand, deine weiße Hand,

Leb‘ wohl, mein Schatz, leb‘ wohl mein Schatz,

Leb‘ wohl, lebe wohl.

Denn wir fahren, denn wir fahren,


Denn wir fahren gegen Engeland, Engeland.

Unsre Flagge und die wehet auf dem Maste,


Sie verkündet unsres Reiches Macht.

Denn wir wollen es nicht länger leiden,


Daß der Englischmann darüber lacht.

Gib‘ mir deine Hand, deine weiße Hand,

Leb‘ wohl, mein Schatz, leb‘ wohl mein Schatz,

Leb‘ wohl, lebe wohl.

Denn wir fahren, denn wir fahren,


Denn wir fahren gegen Engeland, Engeland.“

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„Die Luftherrschaft über dem Bereitstellungsraum sicherten die Jäger des tapferen Oberst Mölders, der seine Gefechtslandeplätze unmittelbar hinter der vordersten Linie einrichtete. Wo er sich zeigte, war die Luft in Kürze rein.“ – Sag unser Panzerheinz Guderian über unser heutiges Geburtstagskind Werner Mölders. Unser deutsches Fliegerass wurde 1913 in Gelsenkirchen im alten Stammesherzogtum Sachsen geboren und brachte es im Sechsjährigen Krieg auf 130 Abschüsse (offiziell freilich nur auf 101, weil unser Held dann zum Inspekteur der Jagdflieger ernannt worden ist und als solcher nicht weiter jagen durfte). Sein Eintritt in unser deutsches Heer erfolgte 1931. Von der Infanterie ließ er sich 1934 zur Luftwaffe versetzen und zog 1938 mit unserer Legion Condor nach Spanien, um dort den Kommunismus und Anarchismus zu bekämpfen. Seine Luftkämpfe bestritt er mit seiner Me-109 – Luchs genannt – über Gallien, England und Rußland mit unseren Jagdgeschwadern LI und LIII, wobei ihm sein fliegendes Schlachtroß zwei Mal abgeschossen worden ist. Das Ritterkreuz mit Eichenlaub, Schwertern und Edelsteinen bekam unser Werner Mölders für seine Waffentaten verliehen. In den heiligen Stand der Ehe trat er 1941 mit Luise Thurner, mit der er eine Tochter hatte. Neben unserem Panzergetränk Met dürfen unsere alten Luftwaffenlieder nicht auf der Geburtstagsfeier für unseren Werner fehlen. „Flieger sind Sieger“ trifft dabei meine Wahl: https://www.youtube.com/watch?v=4XTepsN2bBM

„Wir jagen durch die Lüfte

Wie Wotans wildes Heer,

Wir schau’n in Wolkenklüfte

Und brausen über’s Meer.

Hoch tragen uns die Schwingen

Wohl über Berg und Tal,

Wenn die Propeller singen

Im ersten Morgenstrahl.

Flieger sind Sieger,

sind allezeit bereit,

Flieger sind Sieger

für Deutschlands Herrlichkeit.

Uns kümmert kein Gewitter,

Uns schert nicht Tag und Nacht,

Wir sind des Reiches Ritter

Und halten treue Wacht.

Es singen die Propeller

Ein stolzes, starkes Lied,

Sie singen hell und heller

Vom Sieg, der mit uns zieht.

Flieger sind Sieger,

sind allezeit bereit,

Flieger sind Sieger

für Deutschlands Herrlichkeit.

Und starten unsere Ketten*

Zum Flug nach Engeland,

Kein Wunder soll es retten,

Frisch dran mit Herz und Hand.

Nach England woll’n wir fliegen,

Glück ab, mein Kamerad,

Bis sie am Boden liegen

Und Deutschland Frieden hat.

Flieger sind Sieger,

sind allezeit bereit,

Flieger sind Sieger

für Deutschlands Herrlichkeit.“

Bei unserer Legion Condor war unser Werner Mölders anfangs als Jagdflieger unterwegs – wie uns unser Panzergeschichtsschreiber Fritz von Froell nun in seinem Panzerbuch „Mölders und seine Männer“ berichtet:

„Unerhört waren die Kämpfe um die hohen Gebirgszüge rings um Albocacer. Ernst und verbissen wurden die Gesichter der jungen deutschen Flieger, immer wieder ihre schweren Aufträge auf dem Gefechtsstand entgegennehmend. Entschlossen stiegen sie immer wieder auf und mähten mit ihren MG-Garben in die Reihen des Gegners, der sich in den Felslöchern festgesetzt hatte. Oftmals sahen die Mechaniker unruhig in ihren Zelten auf dem Liegeplatz, wenn ihre Staffel zum Einsatz gestartet war. Wenn etwa eine Stunde verstrichen war, so trat einer nach dem andern von den braven Ersten Warten aus der Oliven hervor und spähte mit suchenden Augen zum Horizont, wo jeden Augenblick die heimkehrenden Flugzeuge auftauchen mußten. Vorn stand Vater Henze, der treue Werkmeister der dritten Staffel, ein Glas vor den Augen, um als erster seine Flugzeuge zu entdecken. „Da sind sie!“ ruft einer: „eins – zwei – drei – sieben – acht“, zählt ein anderer. „Ich zähle nur acht, da fehlt wieder einer!“ Ein stilles Bangen lastet auf allen Gesichtern, die Frage, wer ist es? steht stumm, aber deutlich geschrieben bei diesen braven Männern vom Bodenpersonal. Die Staffel braust über den Platz. Jeder Wart späht nach seiner Maschine. Einer bleibt bleich stehen, er hat die Nummer seines ihm anvertrauten Vogels unter den Heimkehrern nicht entdecken können. Eine nach der anderen der Maschinen setzt zur Landung an. Die Flugzeugführer rollen ihre Vögel in die Boxen. Um den Staffelführer drängen sich die Leute und erkennen aus seiner verbissenen Miene, daß wieder einer mit dem höchsten Einsatz seines Lebens seine schwere Soldatenpflicht erfüllt hat. Oft war in diesen jungen Gesichtern der Mechaniker, die mit ganzer Liebe an ihrer Maschine gearbeitet und an ihrem Flugzeugführer gehangen hatten, die stille Verzweiflung zu sehen. Ein unlösbares Band hatte sich gerade in diesen Tagen der härtesten Einsätze um Flugzeug, Flugzeugführer und Wart geflochten. Auch von Leutnant Losigkeit noch keine Nachricht. Freiwillig waren der Dolmetscher Löffler, Leutnant Scholz und zwei Unteroffiziere an die Front gefahren, um nach dem Vermißten zu suchen. In vorderster Linie haben sie sich geschickt von Felsenvorsprung zu Felsenvorsprung vorgeschlichen. Stundenlang in einem Felsenloch unter dem MG-Feuer des Gegners ausgeharrt. Wenn nur einer den Kopf herausstreckte, sprühte eine neue Garde über sie hinweg. Endlich war es ihnen gelungen, aus den Aussagen der vordersten Infanteristen und einiger übergelaufener Soldaten herauszubekommen, daß Leutnant Losigkeit etwa zweihundert Meter vor der feindlichen Linie glatt mit dem Fallschirm gelandet war und nach unserem Abflug durch einen feindlichen Spähtrupp gefangengenommen worden war. Die Überläufer waren übrigens sechzehn- und achtzehnjährige Burschen, ein Zeichen dafür, daß der Gegner schon zu den letzten Reserven greifen mußte. Nun hofften sie alle, daß sie ihren Kameraden nach Beendigung des Krieges gesund wiedersehen dürfen. Unaufhörlich tobt der Kampf weiter. In mehreren Fahrten an die Front muß der Staffelführer Oberleutnant Mölders immer wieder die vordersten Linien feststellten und in die Karten einzeichnen. Auf diesen Fahrten durch das Angriffsgelände der letzten Tage wird ihm erst die Schwierigkeit der Kampfführung richtig klar bei diesen über tausend Meter hohen Gebirgen und den tief eingeschnittenen Tälern…“

Bist du so weise?

Willst heller sehn als deine edeln Väter,

Die um der Freiheit kostbarn Edelstein

Mit Gut und Blut und Heldenkraft gestritten?

– Schiff nach Luzern hinunter, frage dort,

Wie Östreichs Herrschaft lastet auf den Ländern!

Sie werden kommen, unsre Schaf und Rinder

Zu zählen, unsre Alpen abzumessen,

Den Hochflug und das Hochgewilde bannen

In unsern freien Wäldern, ihren Schlagbaum

An unsre Brücken, unsre Tore setzen,

Mit unsrer Armut ihre Länderkäufe,

Mit unserm Blute ihre Kriege zahlen –

– Nein, wenn wir unser Blut dransetzen sollen,

So sei’s für uns – wohlfeiler kaufen wir

Die Freiheit als die Knechtschaft ein!“

Es besteht kein Zweifel daran, daß es sich beim Wilhelm Tell unseres Schillers um den kleiner Bruder seiner Jungfrau von Orleans handelt. Während unser Schiller in seiner Jungfrau von Orleans mich in die Schlacht gegen fremdländische Eindringlinge (sehr passend von den Engländern verkörpert) geworfen hat, rückt er mit seinem Wilhelm Tell den Handlangern der Fremdlinge auf die Pelle. Denn der Napoleon hat in deutschen Landen nicht nur seinen Bruder Hieronymus, den berühmt-berüchtigten König Lustig, über Westfalen eingesetzt, sondern sich auch zahlreicher Abtrünniger bedient, um die von ihm geschaffenen Rheinbundstaaten zum Schein zu regieren. Eine mittelbare Herrschaft nennt man das und dieser Verfahrensweise bedienten sich die Engländer mit einigem Erfolg in Indien. Die Amerikaner aber beherrschen auf diese Art und Weise einen Großteil der Welt. Die Schillerschen Landvögte gleichen daher aufs Haar den liberalen Amihandpuppen im deutschen Rumpfstaat. Wir Panzertiere lesen daher am Jahrestag der Uraufführung von Schillers Tell das Stück vor. Stattgefunden hat diese 1804 in unserem deutschen Musenhort Weimar. Aegidius Tschudi lieferte unserem Schiller die Vorlage. Der geschichtlich-sagenhafte Wilhelm Tell geriet mit dem Landvogt Gessler aneinander und mußt auf dessen Geheiß einen Apfel auf dem Kopf seines Sohnes treffen. Gerächt hat sich unser Held mit einem Anschlag, der dem Gessler das Leben kostete. Der italienische Tondichter Rossini hat übrigens das Stück von unserem Schiller recht gelungen vertont und so darf seine Oper bei unserem heutigen Tell-Fest nicht fehlen: https://www.youtube.com/watch?v=nKL4iAq0Do8 Seinem Neffen Rudenz muß der Freiherr von Attinghausen bei unserem Schiller nun ins Gewissen reden: http://www.zeno.org/Literatur/M/Schiller,+Friedrich/Dramen/Wilhelm+Tell

Rudenz.

Hier bin ich Oheim – Was ist Euer Wille?

Attinghausen.

Erlaubt, dass ich nach altem Hausgebrauch

Den Frühtrunk erst mit meinen Knechten teile.

Er trinkt aus einem Becher, der dann in der Reihe herumgeht.

Sonst war ich selber mit in Feld und Wald,

Mit meinem Auge ihren Fleiß regierend,

Wie sie mein Banner führte in der Schlacht,

Jetzt kann ich nichts mehr als den Schaffner machen,

Und kommt die warme Sonne nicht zu mir,

Ich kann sie nicht mehr suchen auf den Bergen.

Und so in enger stets und engerm Kreis,

Beweg ich mich dem engesten und letzten,

Wo alles Leben stillsteht, langsam zu,

Mein Schatte bin ich nur, bald nur mein Name.

Kuoni.

Ich bring’s Euch, Junker.

Trinket frisch! Es geht

Aus einem Becher und aus einem Herzen.

Attinghausen.

Geht Kinder, und wenn’s Feierabend ist,

Dann reden wir auch von des Lands Geschäften.

Attinghausen.

Ich sehe dich gegürtet und gerüstet,

Du willst nach Altdorf in die Herrenburg?

Rudenz.

Ja Oheim, und ich darf nicht länger säumen –

Attinghausen.

Hast du’s so eilig? Wie? Ist deiner Jugend

Die Zeit so karg gemessen, dass du sie

An deinem alten Oheim musst ersparen?

Rudenz.

Ich sehe, dass Ihr meiner nicht bedürft,

Ich bin ein Fremdling nur in diesem Hause.

Attinghausen.

Ja leider bist du’s. Leider ist die Heimat

Zur Fremde dir geworden! – Uli! Uli!

Ich kenne dich nicht mehr. In Seide prangst du,

Die Pfauenfeder trägst du stolz zur Schau,

Und schlägst den Purpurmantel um die Schultern,

Den Landsmann blickst du mit Verachtung an,

Und schämst dich seiner traulichen Begrüßung.

Rudenz.

Die Ehr, die ihm gebührt, geb ich ihm gern,

Das Recht, das er sich nimmt, verweigr ich ihm.

Attinghausen.

Das ganze Land liegt unterm schweren Zorn

Des Königs – Jedes Biedermannes Herz

Ist kummervoll ob der tyrannischen Gewalt

Die wir erdulden – Dich allein rührt nicht

Der allgemeine Schmerz – Dich siehet man

Abtrünnig von den Deinen auf der Seite

Des Landesfeindes stehen, unsrer Not

Hohnsprechend nach der leichten Freude jagen,

Und buhlen um die Fürstengunst, indes

Dein Vaterland von schwerer Geißel blutet.

Rudenz.

Das Land ist schwer bedrängt – Warum, mein Oheim?

Wer ist’s, der es gestürzt in diese Not?

Es kostete ein einzig leichtes Wort,

Um augenblicks des Dranges los zu sein,

Und einen gnäd’gen Kaiser zu gewinnen.

Weh ihnen, die dem Volk die Augen halten,

Dass es dem wahren Besten widerstrebt.

Um eignen Vorteils willen hindern sie,

Dass die Waldstätte nicht zu Östreich schwören,

Wie ringsum alle Lande doch getan.

Wohl tut es ihnen, auf der Herrenbank

Zu sitzen mit dem Edelmann – den Kaiser

Will man zum Herrn, um keinen Herrn zu haben.

Attinghausen.

Muss ich das hören und aus deinem Munde!

Rudenz.

Ihr habt mich aufgefordert, lasst mich enden.

– Welche Person ist’s, Oheim, die Ihr selbst

Hier spielt? Habt Ihr nicht höhern Stolz, als hier

Landammann oder Bannerherr zu sein

Und neben diesen Hirten zu regieren?

Wie? Ist’s nicht eine rühmlichere Wahl,

Zu huldigen dem königlichen Herrn,

Sich an sein glänzend Lager anzuschließen,

Als Eurer eignen Knechte Pair zu sein,

Und zu Gericht zu sitzen mit dem Bauer?

Attinghausen.

Ach Uli! Uli! Ich erkenne sie

Die Stimme der Verführung! Sie ergriff

Dein offnes Ohr, sie hat dein Herz vergiftet.

Rudenz.

Ja ich verberg es nicht – in tiefer Seele

Schmerzt mich der Spott der Fremdlinge, die uns

Den Bauernadel schelten – Nicht ertrag ich’s,

Indes die edle Jugend ringsumher

Sich Ehre sammelt unter Habsburgs Fahnen,

Auf meinem Erb hier müßig still zu liegen,

Und bei gemeinem Tagewerk den Lenz

Des Lebens zu verlieren – Anderswo

Geschehen Taten, eine Welt des Ruhms

Bewegt sich glänzend jenseits dieser Berge –

Mir rosten in der Halle Helm und Schild,

Der Kriegstrompete mutiges Getön,

Der Heroldsruf, der zum Turniere ladet,

Er dringt in diese Täler nicht herein,

Nichts als den Kuhreihn und der Herdeglocken

Einförmiges Geläut vernehm ich hier.

Attinghausen.

Verblendeter, vom eiteln Glanz verführt!

Verachte dein Geburtsland! Schäme dich

Der uralt frommen Sitte deiner Väter!

Mit heißen Tränen wirst du dich dereinst

Heimsehnen nach den väterlichen Bergen,

Und dieses Herdenreihens Melodie,

Die du in stolzem Überdruss verschmähst.

Mit Schmerzenssehnsucht wird sie dich ergreifen,

Wenn sie dir anklingt auf der fremden Erde.

O mächtig ist der Trieb des Vaterlands!

Die fremde falsche Welt ist nicht für dich,

Dort an dem stolzen Kaiserhof bleibst du

Dir ewig fremd mit deinem treuen Herzen!

Die Welt, sie fordert andre Tugenden,

Als du in diesen Tälern dir erworben.

– Geh hin, verkaufe deine freie Seele,

Nimm Land zu Lehen, werd ein Fürstenknecht,

Da du ein Selbstherr sein kannst und ein Fürst

Auf deinem eignen Erb und freien Boden.

Ach Uli! Uli! Bleibe bei den Deinen!

Geh nicht nach Altdorf – O verlass sie nicht

Die heil’ge Sache deines Vaterlands!

– Ich bin der Letzte meines Stamms. Mein Name

Endet mit mir. Da hängen Helm und Schild,

Die werden sie mir in das Grab mitgeben.

Und muss ich denken bei dem letzten Hauch,

Dass du mein brechend Auge nur erwartest,

Um hinzugehn vor diesen neuen Lehenhof,

Und meine edeln Güter, die ich frei

Von Gott empfing, von Östreich zu empfangen!

Rudenz.

Vergeblich widerstreben wir dem König,

Die Welt gehört ihm, wollen wir allein

Uns eigensinnig steifen und verstocken,

Die Länderkette ihm zu unterbrechen,

Die er gewaltig rings um uns gezogen?

Sein sind die Märkte, die Gerichte, sein

Die Kaufmannsstrassen, und das Saumross selbst,

Das auf dem Gotthard ziehet, muss ihm zollen.

Von seinen Ländern wie mit einem Netz

Sind wir umgarnet rings und eingeschlossen.

– Wird uns das Reich beschützen? Kann es selbst

Sich schützen gegen Östreichs wachsende Gewalt?

Hilft Gott uns nicht, kein Kaiser kann uns helfen.

Was ist zu geben auf der Kaiser Wort,

Wenn sie in Geld- und Kriegesnot die Städte,

Die untern Schirm des Adlers sich geflüchtet,

Verpfänden dürfen und dem Reich veräußern?

– Nein Oheim! Wohltat ist’s und weise Vorsicht,

In diesen schweren Zeiten der Parteiung,

Sich anzuschließen an ein mächtig Haupt.

Die Kaiserkrone geht von Stamm zu Stamm,

Die hat für treue Dienste kein Gedächtnis,

Doch um den mächt’gen Erbherrn wohl verdienen,

Heißt Staaten in die Zukunft streun.

Attinghausen.

Bist du so weise?

Willst heller sehn als deine edeln Väter,

Die um der Freiheit kostbarn Edelstein

Mit Gut und Blut und Heldenkraft gestritten?

– Schiff nach Luzern hinunter, frage dort,

Wie Östreichs Herrschaft lastet auf den Ländern!

Sie werden kommen, unsre Schaf und Rinder

Zu zählen, unsre Alpen abzumessen,

Den Hochflug und das Hochgewilde bannen

In unsern freien Wäldern, ihren Schlagbaum

An unsre Brücken, unsre Tore setzen,

Mit unsrer Armut ihre Länderkäufe,

Mit unserm Blute ihre Kriege zahlen –

– Nein, wenn wir unser Blut dransetzen sollen,

So sei’s für uns – wohlfeiler kaufen wir

Die Freiheit als die Knechtschaft ein!

Rudenz.

Was können wir,

Ein Volk der Hirten gegen Albrechts Heere!

Attinghausen.

Lern dieses Volk der Hirten kennen, Knabe!

Ich kenn’s, ich hab es angeführt in Schlachten,

Ich hab es fechten sehen bei Favenz.

Sie sollen kommen, uns ein Joch aufzwingen,

Das wir entschlossen sind, nicht zu ertragen!

– O lerne fühlen, welches Stamms du bist!

Wirf nicht für eiteln Glanz und Flitterschein

Die echte Perle deines Wertes hin –

Das Haupt zu heißen eines freien Volks,

Das dir aus Liebe nur sich herzlich weiht,

Das treulich zu dir steht in Kampf und Tod –

Das sei dein Stolz, des Adels rühme dich –

Die angebornen Bande knüpfe fest,

Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an,

Das halte fest mit deinem ganzen Herzen.

Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft,

Dort in der fremden Welt stehst du allein,

Ein schwankes Rohr, das jeder Sturm zerknickt.

O komm, du hast uns lang nicht mehr gesehn,

Versuch’s mit uns nur einen Tag – nur heute

Geh nicht nach Altdorf – Hörst du? Heute nicht,

Den einen Tag nur schenke dich den Deinen!

Rudenz.

Ich gab mein Wort – Lasst mich – Ich bin gebunden.

Attinghausen.

Du bist gebunden – Ja Unglücklicher!

Du bist’s, doch nicht durch Wort und Schwur,

Gebunden bist du durch der Liebe Seile!

– Verbirg dich wie du willst. Das Fräulein ist’s

Berta von Bruneck, die zur Herrenburg

Dich zieht, dich fesselt an des Kaisers Dienst.

Das Ritterfräulein willst du dir erwerben

Mit deinem Abfall von dem Land – Betrüg dich nicht!

Dich anzulocken zeigt man dir die Braut

Doch deiner Unschuld ist sie nicht beschieden.

Rudenz.

Genug hab ich gehört. Gehabt Euch wohl.

Attinghausen.

Wahnsinn’ger Jüngling, bleib! – Er geht dahin!

Ich kann ihn nicht erhalten, nicht erretten –

So ist der Wolfenschiessen abgefallen

Von seinem Land – so werden andre folgen

Der fremde Zauber reißt die Jugend fort,

Gewaltsam strebend über unsre Berge.

– O unglücksel’ge Stunde, da das Fremde

In diese still beglückten Täler kam,

Der Sitten fromme Unschuld zu zerstören!

Das Neue dringt herein mit Macht, das Alte

Das Würd’ge scheidet, andre Zeiten kommen,

Es lebt ein andersdenkendes Geschlecht!

Was tu ich hier? Sie sind begraben alle,

Mit denen ich gewaltet und gelebt.

Unter der Erde schon liegt meine Zeit,

Wohl dem, der mit der neuen nicht mehr braucht zu leben! …“

Unser alter deutscher König Heinrich I. hat heute die Ungarn bei Riade geschlagen. Die Schlacht fand 933 statt und vertrieb die Ungarn für 20 Jahre aus unserem alten Reich – wenn sich auch die Quellen etwas uneinig sind, über das Ausmaß der ungarischen Niederlage. Die Angaben reichen von einer verhältnismäßig verlustlosen Flucht bis hin zu einer regelrechten Vernichtung des ungarischen Heeres. Die Schlachtberichte haben sich schon die anderen geschnappt und so tue ich es dem Wüstenfuchs gleich und lasse den Widukind zur Feier des Tages einfach etwas von der Herrschaft Heinrichs I. erzählen. Dieser setzt nun seine Herrschaft in unserem alten deutschen Reich durch, wobei unsere Bayern mal wieder etwas widerspenstig sind:

„Als in dieser Weise Heinrich König geworden war, brach er mit seinem ganzen Gefolge auf, um gegen Burghard, den Herzog von Alamannien zu streiten. Obgleich dieser ein gewaltiger Krieger war, fürchtete er doch, als ein sehr kluger Mann, daß er eine Schlacht mit dem Könige nicht bestehen könne, und ergab sich ihm mit allen seinen Burgen und Leuten. Nach diesem glücklichen Erfolge zog er von hier nach Bayern, wo Herzog Arnulf herrschte. Da er diesen in seiner festen Stadt Regensburg erkundet hatte, belagerte er ihn. Arnulf aber, da er sah, daß er nicht stark genug war, dem Könige zu widerstehen, öffnete die Tore, zog hinaus zum Könige und unterwarf sich ihm mit seinem ganzen Reiche. Er wurde von Heinrich ehrenvoll empfangen und Freund des Königs genannt. Der König aber wuchs und nahm zu au Macht von Tag zu Tag, und seine Gewalt, sein Ansehn und sein Ruhm erhöhten sich immer mehr. Und da er das Reich, welches unter seinen Vorgängern in allen Teilen zerrüttet war, durch innere und äußere Kriege einigte, beruhigte und wieder zusammenbrachte, zog er auch gegen Gallien und das Reich Lothars.“

Die Schlacht von Riade hat es leider nicht auf die Wagnersche Bühne geschafft, jedoch hat unser Tondichter Richard unseren König Heinrich I. in seinem Meisterwerk Lohengrin besungen und so darf dieses bei unserer heutigen Siegesfeier natürlich niemals nicht fehlen: https://www.youtube.com/watch?v=ZMZOumykxXE

Die Belagerung von Kolberg durch die Welschen im Jahre 1807 hat heute angefangen. Daher wollen wir diesen Tag zum Anlaß nehmen, um der erfolgreichen Verteidigung Kolbergs zu gedenken. Geleitet hat diese zuerst der General Loucadou und dann unser späterer Feldmarschall von Gneisenau. Von Anfang an mit dabei waren unser Major Ferdinand von Schill und sein Freikorps und der Kolberger Bürgermeister Nettelbeck. Allesamt alte Preußen und daher gibt es nun auch zur Siegesfeier das Preußenlied: https://www.youtube.com/watch?v=24Df3DhBx0g

„Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben?

Die Fahne schwebt mir weiß und schwarz voran!

Daß für die Freiheit meine Väter starben,

Das deuten, merkt es, meine Farben an.

Nie werd‘ ich bang verzagen,

Wie jene will ich’s wagen

Sei’s trüber Tag, sei’s heitrer Sonnenschein,

Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein!

Mit Lieb‘ und Treue nah‘ ich mich dem Throne,

Von welchem mild zu mir ein Vater spricht;

Und wie der Vater treu mit seinem Sohne,

So steh‘ ich treu mit ihm und wanke nicht.

Fest sind der Liebe Bande;

Heil meinem Vaterlande!

Des Königs Ruf dring in das Herz mir ein:

Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein!

Nicht jeder Tag kann glühn im Sonnenlichte;

Ein Wölkchen und ein Schauer kommt zur Zeit;

Drum lese keiner mir es im Gesichte,

Daß nicht der Wünsche jeder mir gedeiht.

Wohl tauschten nah und ferne

Mit mir gar viele gerne;

Ihr Glück ist Trug und ihre Freiheit Schein:

Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein!

Und wenn der böse Sturm mich wild umsauset,

Die Nacht entbrennet in des Blitzes Glut;

Hat’s doch schon ärger in der Welt gebrauset,

Und was nicht bebte, war der Preußen Mut.

Mag Fels und Eiche splittern,

Ich werde nicht erzittern;

Es stürm‘ und krach‘, es blitze wild darein!

Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein!

Wo Lieb‘ und Treu‘ sich so den König weihen,

Wo Fürst und Volk sich reichen so die Hand,

Da muß des Volkes wahres Glück gedeihen,

Da blüht und wächst das schöne Vaterland.

So schwören wir auf’s neue

Dem König Lieb‘ und Treue!

Fest sei der Bund! Ja schlaget mutig ein!

Wir sind ja Preußen, laßt uns Preußen sein.

Und wir, die wir am Ost- und Nordseestrande,

Als Wacht gestellt, gestählt von Wog‘ und Wind,

Wir, die seit Düppel durch des Blutes Bande

An Preußens Thron und Volk gekettet sind,

Wir woll’n nicht rückwärts schauen,

Nein, vorwärts mit Vertrauen!

Wir rufen laut in alle Welt hinein:

Auch wir sind Preußen, wollen Preußen sein!

Des Preußen Stern soll weithin hell erglänzen,

Des Preußen Adler schweben wolkenan,

Des Preußen Fahne frischer Lorbeer kränzen,

Des Preußen Schwert zum Siege brechen Bahn.

Und hoch auf Preußens Throne

Im Glanz von Friedrichs Krone

Beherrsche uns ein König stark und mild,

Und jedes Preußen Brust sei ihm ein Schild!“

Bei unserem Dichter Wilhelm Wägner in „Die Belagerung von Kolberg“ erreicht unsere Festungsstadt nun ein dunkles Vorzeichen:

„Else.

Du lieber Vater, kann ich’s doch nicht ändern,

Daß ich ihn herzlich liebe.

Würgel.

Fort nach Haus‘,

Vorwitzig Ding! Was? wollt ihr gar mich zwingen?

Wie? Hagel Wetter!

Nettelbeck.

Ruhig, alter Freund!

Willst du mein Ehrenfest mir heute kränken?

Würgel.

Run, nein doch!

Nettelbeck.

So laß jetzt die jungen Leute

Gewähren.

Würgel.

Sei’s; doch morgen reden wir

Ein ander Wort.

Nettelbeck.

Laßt nur die Glut verbrausen

Des alten Polt’rers; morgen gibt’s schon Rat. –

Nun, Kinderchen, die Segel aufgehißt!

Gäste.

Ei, herbstliche Zeit,

Wie bist du bereit,

Uns Segen zu spenden und Wonnen!

Gibst Blumen und Glanz

Zum bräutlichen Kranz,

Daß er leuchte, wie himmlische Sonnen.

Nettelbeck.

Jetzt fort in Krug, ihr lieben Gäste; da

Geht’s weiter mit dem Spiel bis Mitternacht.

Klara.

Was für Getöse hör‘ ich immer näher?

Ein Schiffer.

Herr Gott, die See wird uns zumal verderben!

Am Strand“ und allenthalben liegen Fische.

Nettelbeck.

Die sind zum Trunk uns angenehme Kost.

Schiffer.

Ein dicker Dampf steigt grau vom Meer‘ herauf,

Und grausam rollt’s wie Donner unter’n Wogen.

Nettelbeck.

’s ist traun verwunderlich!

Georg.

Ihr Leute, haltet

Zusammen, denn ein Seedaak steigt herauf!

Klara.

Unheimliche Dinge gehen bei euch vor.

Nettelbeck.

Ein Nebelschiff, harmlos den Strand besuchend.

Georg.

Seht, das Gespenst mit seinen Riesenflügeln!

Da kommt’s, da ist es schon.

Würgel.

Greift nach den Kannen!

Gäste.

Wie finster! – Welcher Dampf! – Schafft Licht herbei!

Würgel.

Das ist doch lustig; kommt die Stadt zu uns?

Da haben wir ja näher in die Betten!

Einer der Gäste.

Mein Tage hab‘ ich solches nicht gesehn.

Ein anderer.

Ein grausiges Gesicht!

Ein dritter.

Was mag’s bedeuten?

Klara.

Mir graut! Ich bin doch gar ein furchtsam Weib.

Georg.

Euch graut mit Recht; ich sag’s euch, junge Frau;

Ich sag’s euch allen, die ihr hören wollt;

Denn Kolberg wird, bevor das Jahr verstreicht,

Wie Sodom und Gomorrha untergehn.

Was ihr dort seht, ist wohl bekannt auf Rügen –

Die Wasellohe – wißt es waselte

Vineta, wie die Sage treu verkündet,

Bevor es in des Meeres Tiefe sank.

Seht, wie die Zinnen schwanken, wie erglühend

Der Nebel rötlich um die Mauern scheint! –

Jetzt wird es trüber, und das Wolkenbild

Ist schon verschwunden. – Freunde, kommt mit mir

Nach meiner heimatlichen Insel alle.

Nettelbeck.

Was fällt dir ein, an solchen Schnak zu glauben? …“

Mit Tugend und Beispiel wollte unser alter deutscher Kaiser Joseph II. regieren und das ist im auch gelungen, leider nur auf dem Gebiet seiner österreichischen Hausmacht. Denn in den anderen Teilen unseres alten deutschen Reiches war die Möglichkeit zum Einwirken für unsere Kaiser seit dem Westfälischen Frieden faktisch nicht mehr vorhanden. In Wien wurde unser Kaiser Joseph 1741 als Sohn unseres Kaisers Franz I. und der Maria Theresia geboren. Im Jahre 1765 bestieg er den deutschen Thron, war aber bis 1780 nur der Mitregent seiner Mutter. Entsprechend rasch ging er bis zu seinem Heimgang 1790 ans Werk. Im Inneren hob er die Leibeigenschaft der Bauern auf, verkündete die religiöse Duldsamkeit, schrieb neue Gesetzbücher und bemühte sich um die Förderung des Deutschtums. Die Aufhebung der Klöster ist nicht unbedingt zu begrüßen. So widernatürliche diese entsagende Lebensweise auch ist, so waren die Klöster doch Horte der Gelehrsamkeit und des Wissens. Im Äußeren zog er 1787 gegen die Türken zu Felde. Das Kriegsglück war ihm dabei aber wenig hold, wenn auch die Festung Belgrad einmal mehr von unseren deutschen Waffen erstürmt werden konnte. Aus seinen beiden Ehen (mit Isabella von Parma und Maria von Bayern) gingen nur zwei Töchter hervor und so folgte unserem Kaiser Joseph sein Bruder Leopold II. nach. Als großer Förderer der Künste hat unser Kaiser Joseph unseren Tondichter Wolfgang Amadeus Mozart mit der Schaffung eines deutschen Singspieles beauftragt. Herausgekommen ist dabei „Die Entführung aus dem Serail“ und diese hören wir uns zur Feier des Tages natürlich an: https://www.youtube.com/watch?v=KpXVy4qsMOA Mit seinem Werk „Kaiser Joseph II und seine Zeit“ hat uns unser Geschichtsschreiber Carl Ramshorn eine schöne Lebensbeschreibung geschrieben und aus der wollen wir Panzertiere zur Feier des Tages ein wenig vorlesen. Seine Hausmacht teilt unser Kaiser Joseph nun in dreizehn Bezirke ein: https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10016864_00002.html

Doch nun zu Josephs Neuerungen selbst! Wohlunterrichtete, das ist solche Männer, denen es vergönnt gewesen, einen tieferen Blick in das große österreichische Staatsgebäude zu werfen und dadurch mit den österreichischen Zuständen nach innen und außen vertrauter zu werden, suchten die Grundursachen der bisherigen Schwäche und unwürdigen Stellung der österreichischen Monarchie ganz richtig in folgenden Einzelheiten. Erstens in dem losen Zusammenhange, in welchem die einzelnen Provinzen der Monarchie zu einander standen; zweitens in der Mangelhaftigkeit der Staatswirtschaft, und endlich in der zweideutigen, ja oft gebundenen Stellung der Regierung gegenüber der Geistlichkeit und der Aristokratie. Und daß Joseph selbst auch hierin die Hauptgebrechen seines Staates erkannte, gegen die vor Allem angekämpft werden müsse, beweisen seine ersten Verordnungen. Schon oben machten wir darauf aufmerksam, daß Josephs Plan bei der Umgestaltung seines Staates zunächst darauf gerichtet war, seine sämtlichen Länder zu einem Staate zu verbinden und durch Gleichheit der Verfassung, der Gesetzgebung und Verwaltung alle seine Völker zu einer Nation zu vereinigen; und dieser Grundsatz bildet auch die Basis von seinen ersten wie von allen späteren Verfügungen. Zu dem Ende teilte er zunächst die ganze österreichische Monarchie in dreizehn Regierungsbezirke oder Gubernien: I) Galizien. II) Böhmen. III) Mähren und Schlesien. IV) Unterösterreich. V) Innerösterreich (Steiermark und das heutige Illyrien). VI) Tirol. VII) Vorderösterreich oder die schwäbischen Besitzungen. VIII) Siebenbürgen. IX) Ungarn und das Temeswarer Banat. X) Kroatien. XI) Die Lombardei. XII) Die Niederlande. XIII) Die Grafschaften Görz und Gradiska mit Triest. Jeder dieser Regierungsbezirke aber zerfiel wieder in Kreise, deren jeder von einem Kreishauptmann verwaltet ward, Beamtete, denen besonders die Ausübung der Gesetze und der Schutz der Bauern anvertraut war. In jedem Regierungsbezirke aber errichtete der Kaiser einen Gerichtshof mit zwei Kammern, eine für den Adel, die andere für die Bürgerlichen. Die Berufung von den Urteilen fand an einen zweiten und an einen dritten Hof statt; in letzter Instanz dagegen sprach die oberste Justizstelle in Wien. Die Polizei ward in die Hände eines Beamteten gelegt, der unter dem Militärkommandanten und dem Generalgouverneur, dem Präsidenten der Gerichtshöfe, stand. Die Regierung bildeten vier Zentralstaatsbehörden: die der Polizei, der Zivilverwaltung, der Justiz und des Kriegswesens; über allen Zivil- und Militärbehörden aber saßen zu Wien die Staatskanzler, und ihre Entscheidungen waren nur der Genehmigung des Kaisers unterworfen. Die Hauptstadt Wien blieb demnach der Zentralpunkt, von wo aus jedes einzelne Glied des großen Räderwerkes gelenkt und geleitet ward, und von wo aus der Kaiser, als die Seele des Ganzen, und in dessen Person sich alle Macht vereinigte, das große Ganze bis in seine kleinsten und entferntesten Teile leicht zu übersehen im Stande war. Der Vorteil, den eine so einfache Gliederung der großen Staatsmaschine gewähren mußte, fällt ohne Weiteres in die Augen, aber ebenso deutlich kündigt sich auf der andern Seite die Schwäche der Garantien an, welche ein auf diese Weise eingerichteter Staat dem Einzelnen darbietet. Einzig und allein der Wille des Herrschers, in dessen Hand das Ganze ruht, der ohne eine andere Richtschnur, ohne eine andere Beschränkung als sich selbst ist, der Wille des Herrn, dem zwar Geschick und Talent, ein guter Wille, Gerechtigkeitsliebe und Liebe zur Menschheit in dem Herzen wohnen, der aber ebenso gut auch der Macht der Leidenschaften untertan und des Glaubens an die Menschheit und der Liebe zur Menschheit entbehren kann, dieser Wille ist es allein, der hierbei als das Ende, als das Ziel alle Dinge hingestellt wird. Josephs II. Charakter entsprach allen Anforderungen, welche füglicherweise an Denjenigen gestellt werden müssen, dessen unbeschränkter Wille für das höchste Gesetz des Staates gelten soll, allein die Geschichte hat leider nur zu viele Autokraten unedleren ja selbst entgegengesetzten Schlages aufzuweisen, und leichtlich hätte Joseph II. unter seinen Zeitgenossen eine ansehnliche Zahl solcher finden können, die ihm eine Veranlassung hätten werden können, von andern Prinzipien auszugehen…“

Den Geburtstag von unserem großen deutschen Dichter Joseph von Eichendorff feiern wir heute. Auf Schloß Lubowitz kam unser Erzromantiker 1788 zur Welt. Im Jahre 1813 eilte er zu den Waffen und zog mit unserem Freikorps Lützow gegen Napoleon zu Felde. Nach seiner siegreichen Rückkehr begann er eine Laufbahn beim preußischen Staat und brachte es bis zum Geheimen Regierungsrat. Mit Luise von Larisch trat unser Dichter 1815 in den heiligen Stand der Ehe. Fünf Kinder hatten die beiden. Gedichte bilden den Schwerpunkt des Schaffens unseres Eichendorffs. Doch gibt es von ihm auch die Erzählungen Die Zauberei im Herbste“, „Ahnung und Gegenwart“, „Das Marmorbild“, „Aus dem Leben eines Taugenichts“, „Dichter und ihre Gesellen“, „Das Schloß Dürande“, „Unstern“, „Die Entführung“, „Eine Meerfahrt“ und „Die Glücksritter“, die Epen Julian“, „Robert und Guiscard“ und „Lucius“ und die Dramen Krieg den Philistern“, „Ezzelin von Romano“, „Meierbeths Glück und Ende“m „Der letzte Held von Marienburg“ und „Die Freier“ zu lesen. Unseren Furtwängler lasse ich Beethovens Neunte zu Ehren unseres Eichendorffs aufspielen: https://www.youtube.com/watch?v=7pszB5Ic2KA Wie immer bei den Dichtergeburtstagen muß man sich ein Werk unseres Geburtstagskindes heraussuchen. In seinem Gedicht „An die Dichter“ wendet sich unser Eichendorff an seine lieben Kollegen: http://www.zeno.org/Literatur/M/Eichendorff,+Joseph+von/Gedichte/Gedichte+(Ausgabe+1841)

Wo treues Wollen, redlich Streben

Und rechten Sinn der Rechte spürt,

Das muß die Seele ihm erheben,

Das hat mich jedesmal gerührt.

Das Reich des Glaubens ist geendet,

Zerstört die alte Herrlichkeit,

Die Schönheit weinend abgewendet,

So gnadenlos ist unsre Zeit.

O Einfalt, gut in frommen Herzen,

Du züchtig schöne Gottesbraut!

Dich schlugen sie mit frechen Scherzen,

Weil dir vor ihrer Klugheit graut.

Wo findst du nun ein Haus, vertrieben,

Wo man dir deine Wunder läßt,

Das treue Tun, das schöne Lieben,

Des Lebens fromm vergnüglich Fest?

Wo findest du den alten Garten,

Dein Spielzeug, wunderbares Kind,

Der Sterne heil’ge Redensarten,

Das Morgenrot, den frischen Wind?

Wie hat die Sonne schön geschienen!

Nun ist so alt und schwach die Zeit;

Wie stehst so jung du unter ihnen,

Wie wird mein Herz mir stark und weit!

Der Dichter kann nicht mit verarmen;

Wenn alles um ihn her zerfällt,

Hebt ihn ein göttliches Erbarmen –

Der Dichter ist das Herz der Welt.

Den blöden Willen aller Wesen,

Im Irdischen des Herren Spur,

Soll er durch Liebeskraft erlösen,

Der schöne Liebling der Natur.

Drum hat ihm Gott das Wort gegeben,

Das kühn das Dunkelste benennt,

Den frommen Ernst im reichen Leben,

Die Freudigkeit, die keiner kennt.

Da soll er singen frei auf Erden,

In Lust und Not auf Gott vertraun,

Daß aller Herzen freier werden,

Eratmend in die Klänge schaun.

Der Ehre sei er recht zum Horte,

Der Schande leucht er ins Gesicht!

Viel Wunderkraft ist in dem Worte,

Das hell aus reinem Herzen bricht.

Vor Eitelkeit soll er vor allen

Streng hüten sein unschuld’ges Herz,

Im Falschen nimmer sich gefallen,

Um eitel Witz und blanken Scherz.

Oh, laßt unedle Mühe fahren,

O klingelt, gleißt und spielet nicht

Mit Licht und Gnad, so ihr erfahren,

Zur Sünde macht ihr das Gedicht!

Den lieben Gott laß in dir walten,

Aus frischer Brust nur treulich sing!

Was wahr in dir, wird sich gestalten,

Das andre ist erbärmlich Ding. –

Den Morgen seh ich ferne scheinen,

Die Ströme ziehn im grünen Grund,

Mir ist so wohl! – die’s ehrlich meinen,

Die grüß ich all aus Herzensgrund!“

Geboren wurde am heutigen Tag im Jahre 1776 unsere Königin Luise von Preußen. Als mustergültige Landesmutter im Kampf mit dem Wüterich Napoleon ging sie in unsere deutsche Geschichte ein. Sie trat 1793 mit dem zukünftigen König Friedrich Wilhelm III. von Preußen in den heiligen Stand der Ehe. Am preußischen Hof ergriff sie die Partei der Reformer und der Krieger und erlebte bittere Tage in den Unglücksjahren 1806 und 1807. Sie half mit die Wiederherstellung unseres alten Preußens wieder ins Werk zu setzen. Erlebt hat sie diese leider nicht mehr, da ihr die garstigen Nornen den Lebensfaden viel zu früh durchtrennten… Zehn Kinder schenkte sie ihrem Gatten. Unter diesen befanden sich unser Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. und unser Kaiser Wilhelm der Große. Zum Geburtstag unserer Königin Luise sei „Die Wacht am Rhein“ gespielt, da dieses Lied ihr sicherlich gefallen hätte, nachdem sie so sehr mit dem Unhold Napoleon, diesem notorischen Usurpator zu kämpfen hatte. https://www.youtube.com/watch?v=7BhGWO01pIs Das Leben unserer Königin Luise hat unsere altdeutsche Geschichtsschreiberin Gertrude Aretz aufgeschrieben und zu Ehren unserer Preußenkönigin tragen wir Panzertiere diese am heutigen Tag vor. Ihr Schwiegervater Friedrich Wilhelm II. zeigt sich nun sehr angetan von unserer Luise: http://gutenberg.spiegel.de/buch/konigin-luise-7270/1

„Auch ganz trockene und nüchterne Männer kamen bei ihrem Anblick in Ekstase. „Sie schwebte“, schrieb der sonst wenig galante und liebenswürdige Ritter von Lang, der sie einige Jahre später als Königin sah, „wie ein überirdisches Wesen vor einem… Eine Zauberin, wenn ich jemals eine gesehen.“ – Männer wie Frauen waren von ihr begeistert. Prinzessin Anton Radziwill, die Schwester des Prinzen Louis Ferdinand, sagte: „Zu jener Zeit (1793) machten der Kronprinz und sein Bruder die Bekanntschaft der Prinzessinnen von Strelitz… Es war (in Frankfurt) nur noch die Rede von ihrer Schönheit. Der Kronprinz wurde besonders von der schönen Prinzessin Luise gefesselt… Die zweite der Prinzessinnen, Friederike, war keine so regelmäßige Schönheit wie ihre Schwester, aber sie hatte eine entzückende Gestalt, war äußerst liebenswürdig und immer bemüht zu gefallen, wodurch sie oft der edlen Schönheit ihrer Schwester vorgezogen wurde.“ Und später, beim Empfang der Prinzessinnen in Berlin ist sie von neuem entzückt: „Niemals habe ich ein herrlicheres Wesen gesehen als die Kronprinzessin. Ihr sanfter, bescheidener Gesichtsausdruck, vereint mit ihrer edlen Schönheit, gewann ihr alle Herzen.“ Vor allem aber war der alte Frauenkenner Friedrich Wilhelm II. von seinen zukünftigen Schwiegertöchtern begeistert. Er bewunderte sie beide und freute sich, zwei so reizende junge Damen bald an seinem Hofe zu haben. Drei Tage nachdem er sie in Frankfurt gesehen hatte, berichtete er überaus glücklich nach Berlin: „Seit meinem letzten Brief habe gar keine Zeit zum Schreiben gehabt, wir haben in lauter Fêten gelebt, die besonders durch die Anwesenheit hoher Fremden veranlaßt wurden, nämlich von der Prinzeß George von Darmstadt und ihren beiden herrlichen Kindeskindern, den Töchtern des Prinzen Karl von Mecklenburg und also der Königin von England ihren Nichten. Wie ich die beiden Engel zum erstenmal sah, es war am Eingang der Komödie, so war ich so frappiert von ihrer Schönheit, daß ich ganz außer mir war, als die Großmutter sie mir präsentierte. Ich wünschte sehr, daß sie meine Söhne sehen möchten und sich in sie verlieben. Den anderen Tag ließen sie sich auf einem Ball präsentieren und waren ganz von ihnen enchantiert. Ich machte mein möglichstes, daß sie sich oft sahen und sich recht kennenlernten. Die beiden Engel sind, so viel ich sehen kann, so gut als schön, nun war die Liebe da und wurde kurz und gut resolviert, sie zu heiraten.“ Der grundehrliche, aber phlegmatische Kronprinz äußerte sich weniger enthusiastisch über seine Braut. Aber sie gefiel ihm doch außerordentlich gut, und Luise konnte überzeugt sein, daß, wenn er sie hübsch fand und er es ihr in einfachen Worten sagte, es auch wirklich so gemeint war, denn schmeicheln konnte er nicht einmal als Bräutigam. Es war keine verliebte Sentimentalität. Auch Keim hell auflodernde Leidenschaft, die sich in Sehnsucht verzehrt. Er liebte sie ruhig und aufrichtig, und sie fühlte es wohl. Gerade weil er ihr so einfach und schlicht entgegengetreten war, schien sie ihn zu schätzen. Er gefiel ihr trotz seines linkischen Wesens und trotz seiner äußeren Kälte. Vielleicht war die Sechzehnjährige auch in Liebesangelegenheiten noch zu unerfahren, daß sie für sich und ihre bezaubernde Schönheit keine glühende Leidenschaft, keine allesvergessende Liebesbegeisterung in Anspruch nahm. Ihrem eigenen Wesen lag Leidenschaftlichkeit in jeder Beziehung fern; der Grundzug ihres Charakters war Sanftmut und Weichheit. Jedenfalls schien sie mit ihrem Geschick zufrieden. Denn gleich nach der Werbung des Kronprinzen schrieb sie an ihre Schwester Therese in Regensburg: „Du kannst Dir nicht denken, liebe Therese, wie zufrieden ich bin. Der Prinz ist außerordentlich gut und offen. Kein unnötiger Wortschwall begleitet seine Rede, sondern er ist erstaunlich wahr. Kurz, es bleibt mir nichts zu wünschen übrig. Der Prinz gefällt mir, und wenn er mir zum Beispiel sagt, daß ich ihm gefalle, daß er mich hübsch findet, so kann ich es ihm glauben, denn er hat mir noch nie eine Schmeichelei gesagt.“ Auch in Luises Worten über den Bräutigam liegt nichts Himmelhochjauchzendes, keine Begeisterung. Ja, es scheint – wenigstens für eine Sechzehnjährige – als wäre sie fast allzu vernünftig in ihrem Brautglück.“

Die Brandenburgischen Konzerte von unserem Tondichter Johann Sebastian Bach dürfen beim Geburtstag unserer Königin Luise natürlich auch nicht fehlen. Was dachtet ihr denn? https://www.youtube.com/watch?v=hbQORqkStpk

Mit 275 Abschüssen gehört unser Jagdflieger Günther Rall zu den größten deutschen Lufthelden des Sechsjährigen Krieges. Ein Badener von Geburt, der 1918 in Gaggenau das Licht der Erdenwelt erblickt hat. Unserer Luftwaffe ist er 1938 beigetreten und flog seine Kampfeinsätze mit seiner Me-109, Fw 190 und Me 262 in Gallien, England, Illyrien, Griechenland, Rußland und unserem alten Reich. Das Eiserne Kreuz I. und II. Klasse sowie das Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern wurden unserem Günther Rall für seine Waffentaten verliehen. In den heiligen Stand der Ehe trat er 1943 mit Hertha Schön. Die ehe war mit vier Kindern gesegnet. Bei der Luftschlacht um England hat unser Günther Rall fleißig dabei mitgeholfen, daß ordentlich Bomben auf Engeland geworfen worden sind und das Lied dazu gibt es nun zu hören: https://www.youtube.com/watch?v=Z2dMgzsVNck

„Wir fühlen in Horsten und Höhen

Des Adlers verwegenes Glück!

Wir steigen zum Tor

Der Sonne empor,

Wir lassen die Erde zurück.

Kamerad! Kamerad!

Alle Mädels müssen warten!

Kamerad! Kamerad!

Der Befehl ist da, wir starten!

Kamerad! Kamerad!

Die Losung ist bekannt:

Ran an den Feind!

Ran an den Feind!

Bomben auf Engelland!

Hört ihr die Motoren singen:

Ran an den Feind!

Hört ihr’s in den Ohren klingen:

Ran an den Feind!

Bomben! Bomben!

Bomben auf Engelland!

Wir stellen den britischen Löwen

Zum letzten entscheidenden Schlag.

Wir halten Gericht.

Ein Weltreich zerbricht.

Das wird unser stolzester Tag!

Kamerad! Kamerad!

Alle Mädels müssen warten!

Kamerad! Kamerad!

Der Befehl ist da, wir starten!

Kamerad! Kamerad!

Die Losung ist bekannt:

Ran an den Feind!

Ran an den Feind!

Bomben auf Engelland!

Hört ihr die Motoren singen:

Ran an den Feind!

Hört ihr’s in den Ohren klingen:

Ran an den Feind!

Bomben! Bomben!

Bomben auf Engelland!

Wir fliegen zur Weichsel und Warthe

Wir fliegen ins polnische Land

Wir trafen es schwer

Das feindliche Heer

Mit Blitzen und Bomben und Brand

Kamerad! Kamerad!

Alle Mädels müssen warten!

Kamerad! Kamerad!

Der Befehl ist da, wir starten!

Kamerad! Kamerad!

Die Losung ist bekannt:

Ran an den Feind!

Ran an den Feind!

Bomben auf Engelland!

Hört ihr die Motoren singen:

Ran an den Feind!

Hört ihr’s in den Ohren klingen:

Ran an den Feind!

Bomben! Bomben!

Bomben auf Engelland!

So wurde die jüngste der Waffen

Im Feuer getauft und geweiht.

Vom Rhein bis zum Meer,

Das fliegende Heer,

So steh’n wir zum Einsatz bereit.“

Den Jahrestag der Schlacht bei Laon feiern wir Deutschen heute. Stattgefunden hat diese berühmte Schlacht im Jahre 1814 und geschlagen hat sie unser Feldmarschall Blücher, mit Hilfe seines Stabschefs Gneisenau und seiner Unterführer Yorck, Kleist und Bülow. In der Schlacht standen sich 100,000 Preußen und 50,000 Gallier gegenüber. Letztere mußten nach einem Tag weichen und 6000 Mann auf dem Schlachtfeld zurücklassen. Unsere deutschen Verluste waren zwar mit 4000 Mann auch beträchtlich, aber allmählich drückten wir doch die Gallier nieder. Freilich, hätte unser Blücher den Galliern ebenso zugesetzt wie an der Katzbach, bei Dresden und Belle-Alliance, so hätte er dem Usurpator ein Ende bereiten können. Arndts Kampflied „Der Gott, der Eisen wachsen ließ“ bekommen er und seine Mitstreiter aber trotzdem, da für sie die Götter wahrlich das Eisen haben wachsen lassen: https://www.youtube.com/watch?v=y04CdX1LVaA

„Der Gott, der Eisen wachsen ließ,

der wollte keine Knechte,

drum gab er Säbel, Schwert und Spieß

dem Mann in seine Rechte;

drum gab er ihm den kühnen Mut,

den Zorn der freien Rede,

dass er bestände bis aufs Blut,

bis in den Tod die Fehde.

So wollen wir, was Gott gewollt,

mit rechter Treue halten

und nimmer im Tyrannensold

die Menschenschädel spalten.

Doch wer für Tand und Schande ficht,

den hauen wir zu Scherben,

der soll im deutschen Lande nicht

mit deutschen Männern erben.

O Deutschland, heil’ges Vaterland!

O deutsche Lieb’ und Treue!

Du hohes Land, du schönes Land!

Dir schwören wir aufs neue:

Dem Buben und dem Knecht die Acht!

Der fütt’re Krähn und Raben.

So ziehn wir aus zur Herrmansschlacht

und wollen Rache haben.

Lasst brausen, was nur brausen kann,

in hellen, lichten Flammen!

Ihr Deutschen alle, Mann für Mann

fürs Vaterland zusammen!

Und hebt die Herzen himmelan

und himmelan die Hände,

und rufet alle, Mann für Mann:

Die Knechtschaft hat ein Ende!

Lasst klingen, was nur klingen kann,

Trompeten, Trommeln, Flöten!

Wir wollen heute Mann für Mann

mit Blut das Eisen röten,

mit Henker- und mit Knechteblut,

o süßer Tag der Rache!

Das klinget allen Deutschen gut,

das ist die große Sache.

Lasst wehen nur, was wehen kann,

Standarten wehn und Fahnen!

Wir wollen heut uns Mann für Mann

zum Heldentode mahnen:

Auf, fliege, stolzes Siegspanier,

voran dem kühnen Reihen!

Wir siegen oder sterben hier

den süßen Tod der Freien.“

Vom ersten Schlachttag lesen wir nun bei unserem Geschichtsschreiber Carl Tanera: http://gutenberg.spiegel.de/buch/die-befreiungskriege-1813-bis-1815-8993/1

„Napoleon war mit den bisherigen Ergebnissen sehr unzufrieden. Er verzehrte sich fast vor Ungeduld, weil er noch keine Nachricht über das Eingreifen Marmonts erhalten hatte. Die abgesandten Adjutanten fielen allesamt den überall herumstreifenden Kosaken in die Hand. Die Untätigkeit auf dem Schlachtfelde aber hielt der Kaiser nicht mehr länger aus. Er befahl, wenigstens das vor seinem linken Flügel im Sumpfe liegende Dorf Clacy zu stürmen. Dies gelang und es fielen dabei sogar 250 Russen in Gefangenschaft, welche indes später wieder befreit wurden. Damit aber hatten die Unternehmungen des Kaisers ihren Abschluß erreicht, um sechs Uhr verstummte auch bei Clacy das letzte Feuer. Unterdessen war Marmont seinem Auftrage gemäß aus der Richtung von Reims nach Laon anmarschiert. Vom Kaiser trennte ihn ein etwa sieben Kilometer breites, fast ungangbares morastiges Gelände, und er wußte von jenem schlechterdings nichts. Wegen der Bodenschwierigkeiten und der streifenden Kosaken kam kein Aufklärer durch. Nun traf sein Korps vor dem von preußischen Vortruppen besetzten Dorfe Athis ein, das er in Brand schießen ließ. Dies hatte die Verbündeten auf seine Umgehungskolonne aufmerksam gemacht. Man glaubte, der Kaiser Napoleon befinde sich bei diesen Truppen und werde hier den Hauptstoß ausführen. Deshalb wurden jetzt auch die Reservekorps von Langeron und Sacken nach dem linken Flügel gezogen, und es standen also in erster Linie die Korps von Yorck und Kleist, deren sämtliche Kavallerie unter General von Zieten zusammengezogen war, und dahinter die beiden russischen Korps, im ganzen über 60,000 Mann, bereit, die 16,000 Mann Marmonts zu empfangen. Die Gegner kannten ihre beiderseitige Stärke nicht. Wohl aber sahen Yorck und Kleist bald ein, daß ihre Truppen den Franzosen an Zahl überlegen seien. Schon während des Nachmittags hatten Yorck und Kleist selbständig den Entschluß gefaßt, den Feind vor sich mit ihren beiden Korps und der Reiterei Zietens zu überfallen. Ihre diesbezügliche Anfrage im Hauptquartier kreuzte sich mit einem von dort abgeschickten Befehl in gleichem Sinne. Yorck, der als der ältere den Überfall zu leiten hatte, berief die Befehlshaber der beiden Korps zu sich und erteilte jedem seinen Auftrag kurz, klar und bestimmt. Yorck zeigte sich oft vor den Schlachten sehr besorgt, sogar zaghaft. Hatte er aber einmal seinen Entschluß gefaßt, dann erreichten ihn wenige an Bestimmtheit und an Tatkraft des Handelns. So auch heute am 8. März abends zwischen sieben und acht Uhr. Es war eine klare, sternenhelle Nacht. Dennoch konnte man auf etwa 300 Schritte nichts mehr unterscheiden. Einzelne Gewehrschüsse klangen von den Vorposten bei Athis herüber, als sich rechts das Korps von Kleist, links das von Yorck in Bewegung setzte. Die Bataillone marschierten dicht aufgeschlossen in Angriffskolonne lautlos vor. Deutlich erkannte man schon mehr und mehr die feindlichen Wachtfeuer. Unbemerkt kamen die Preußen bis auf 500 Schritte an das feindliche Lager. Jetzt wurden sie von verschiedenen aufmerksam gewordenen Posten angerufen: Qui vive? Statt der Antwort ließ Yorck selbst einen vorher als Zeichen verabredeten Pfiff ertönen. Auf einmal schlugen alle Tambours den Sturmmarsch, die Hörner schmetterten durch die Nacht, die Musiken spielten und tausendfache Hurras erfüllten die Luft. In Bestürzung eilten die Franzosen zu ihren Waffen. Aber von Ordnung war keine Rede mehr. Einige Artilleristen gelangten noch an ihre Geschütze und konnten verschiedene Granat- und Kartätschschüsse abfeuern. Dann aber war es aus. Preußische Bajonette vertrieben ihnen die Lust zu weiterem Kampfe, und wer dem Gemetzel entkam, floh in wilder Verwirrung davon. Zu allem Unglück für die Franzosen erscholl es plötzlich in ihrem Rücken tausendfach: „Heurich! Heurich!“ Das waren die Reiter des preußischen Generals von Zieten, die mit ihrem ehemaligen Spitznamen, der später ein Ehrenname geworden war, den Kameraden von der Infanterie anzeigten, daß sie da waren. Nun erreichte das Durcheinander bei den Franzosen den höchsten Grad. Doch ein Bataillon hatte sich wenigstens annähernd geordnet. Plötzlich sausen von der Seite Kürassiere daher, und ehe die armen Überrittenen zur Besinnung kommen, ist auch dieses Bataillon völlig gesprengt. Ein heller Feuerschein aus einem nahen Hofe beleuchtet diese Szene. Da schreit einer der angreifenden Kürassieroffiziere: „Mais ce ne sont pas des prussiens! Ce sont nos pauvres fantasins!“ Wahrhaftig es war so. Französische Kürassiere hatten ein französisches Bataillon niedergeritten…“